Beweisaufnahme hat begonnen

Wuppertal / Heiligenhaus..  Mit einer mehrstündigen Vernehmung einer mutmaßlichen Opfer-Zeugin (sie ist heute 22 Jahre) hat das Landgericht Wuppertal die Beweisaufnahme in einem Fall um schweren Kindesmissbrauch gegen einen Angeklagten, ihren Stiefvater (51) aus Heiligenhaus, eröffnet.

Richter, Staatsanwalt und Verteidiger befragten die Zeugin – zu ihrem Schutz unter Ausschluss der Öffentlichkeit – zu angeblichen sexuellen Übergriffen ab 2003 in zwei Velberter Wohnungen, die die damalige Familie nacheinander bewohnte.

Der 51-Jährige bestreitet die acht Vorwürfe der Anklage, die sich laut Staatsanwaltschaft über vier Jahre verteilt ereignet haben sollen. Demnach hätte der Missbrauch begonnen, als das Mädchen zehn Jahre alt war. In drei Fällen, bei denen es um mindestens beischlafähnliche Handlungen geht, muss der Angeklagte sogar mit jeweils mehr als zwei Jahren Gefängnis rechnen, sollte er verurteilt werden.

Das Gericht wird der Frage nachgehen, ob womöglich falsche Vorwürfe gegen den 51-Jährigen erhoben worden sein könnten, etwa aus Rache für die Trennung des Mannes von der Mutter der heute 22-Jährigen. Eine Psychologin erstellt im Auftrag des Gerichts ein Gutachten zur Frage, ob die Zeugin den Missbrauch erlebt hat.

Nächste Sitzung am 15. Juni

Von ihrer Aussage und ihren Antworten auf Nachfragen wird der weitere Verlauf des Prozesses abhängen. Die nächste Sitzung findet am nächsten Montag, 15. Juni, um 9 Uhr im Gerichtszentrum Wuppertal (Eiland), Saal J12SG, statt.