„Autofahrer sah Senioren nicht“

Kerzen und Blumen wurden an der Unfallstelle an der Abtskücher Straße niedergelegt. Noch sind auch die Markierungen der Polizei auf dem Straßenbelag erkennbar. Hier kamen am Samstag zwei Senioren ums Leben.
Kerzen und Blumen wurden an der Unfallstelle an der Abtskücher Straße niedergelegt. Noch sind auch die Markierungen der Polizei auf dem Straßenbelag erkennbar. Hier kamen am Samstag zwei Senioren ums Leben.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Abtskücher Straße in Heiligenhaus: Bürger haben Blumen und Kerzen an der Unfallstelle niedergelegt. Kreispolizei hat Sachverständigen eingeschaltet.

Heiligenhaus..  Die Abtskücher Straße zwei Tage nach dem tragischen Unfall, bei dem zwei Senioren ums Leben gekommen sind: Blumen und Grablichter haben Bürger an der Stelle niedergelegt, an der das Unglück passiert ist. Es ist just der Eingangsbereich zu einer Wendestelle, die oft auch als Abstellplatz genutzt wird. Schräg gegenüber ein paar Meter weiter liegt der Freizeitparkplatz.

Warum die Spaziergänger, ein Ehepaar aus Wuppertal, am späten Samstagnachmittag ausgerechnet dort die Straße betraten, ist nach wie vor ungeklärt. Ein Verkehrsschild warnt Autofahrer gerade an dieser Stelle allerdings vor überquerenden Fußgängern. Eine offizieller Fußgängerüberweg. wie beispielsweise ein Zebrastreifen, stellt dieser Hinweis nicht dar. Eine Fußgängerbedarfsampel steht vielmehr an der Abtskücher Straße in Höhe der Stadtwerke zur Verfügung.

„Die Abtskücher Straße ist eine typische Ausfallstraße. Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 50 besteht dort, weil eben Fußgänger die Straße überqueren können“, erklärt Thomas Decken, Direktionsleiter Verkehr bei der Kreispolizei Mettmann, auf Nachfrage der WAZ. Ob der Fahrer des Unfallwagens am Samstag mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war, werde von einem Sachverständigen geklärt. Decken: „Einen langen Bremsweg haben wir bei ersten Recherchen nicht feststellen können, so dass davon auszugehen ist, dass der Autofahrer die beiden nicht oder nicht rechtzeitig gesehen hat.“

Die dunkle Kleidung der Spaziergänger habe dabei nach seiner Ansicht eine Rolle gespielt. „Wir können immer nur darauf hinweisen, wie wichtig in der Dunkelheit gut sichtbare, helle Kleidung im Straßenverkehr ist. Das tun wir schon im Verkehrsunterricht in den Kindergärten“, sagt Decken. „Dies zu beachten, das liegt aber in der Verantwortung eines jeden selbst.“ Wer keine grellen Farben möge, könne auch auf reflektierende Klick-Armbänder, wie sie bei Joggern üblich sind, zurückgreifen.

Regelmäßig Radarkontrollen

Thomas Decken bestätigt, dass die Kreispolizei an der Abtskücher Straße (K1) in regelmäßigen Abständen die Geschwindigkeit kontrolliert, „eben weil auf dieser ausgebauten Strecke die Autofahrer schon mal etwas mehr fahren.“ Unfälle an dieser Stelle oder im Umkreis des nahen Heimatmuseums und des Stauteichs seien ihm aus der jüngsten Vergangenheit aber nicht bekannt. Decken: „Der Unfall vom Wochenende ist tragisch, auf jeden Fall. Aber wir gehen von einem Einzelfall aus.“