Auf dem Steig in Heiligenhaus unterwegs mit Uhu Uwe

Wanderung mit Greifvögeln: Im Rahmen der Neanderland Wanderwoche zeigten Uta Wittekind (mit Wüstenbussard Merlin) sowie Rainer Erdinger (mit Uhu Uwe) den Lebensraum der Tiere.
Wanderung mit Greifvögeln: Im Rahmen der Neanderland Wanderwoche zeigten Uta Wittekind (mit Wüstenbussard Merlin) sowie Rainer Erdinger (mit Uhu Uwe) den Lebensraum der Tiere.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Im Rahmen der Neanderland Wanderwoche begleitete die Wald-Forscher-Station aus Wülfrath eine Gruppe durch den Wald. Jeder durfte mal Uwe und seinen Kollegen Merlin auf dem Arm tragen.

Heiligenhaus..  Uwe ist neugierig. Denn die Leute, die da im Rahmen der Neanderland Wanderwoche mit ihm wandern wollen, hat er noch nie gesehen. Und Uwe hat Glück, denn selber laufen wird von ihm nicht erwartet, im Gegenteil: Die Wanderfreunde sind ganz wild darauf, ihn abwechselnd ein Stück zu tragen. Das Warum wird bei einem Blick in den Flyer der Wanderwoche klar, denn dort wird „Wandern mit Greifvögeln“ angeboten.

Und Uwe ist ein Uhu. Ein wunderschönes vierjähriges Uhu-Männchen, um genau zu sein, etwa 2,2 Kilo schwer und damit gut tragbar. Ebenfalls dabei ist Merlin, seines Zeichens Wüstenbussard, auch vier Jahre alt und mit 750 Gramm noch eine ganze Ecke leichter.

Beutetiere: Mäuse und Igel

Die beiden kommen aus der Wald-Forscher-Station am Zeittunnel in Wülfrath, begleitet werden sie von „Frauchen“ Uta Wittekind und Rainer Erdinger, die Waldpädagogik betreiben, Schulklassen besuchen, Wanderungen wie diese anbieten und so auf vielfältige Weise versuchen, ihr Ziel zu erreichen: „Wir möchten diese Tiere den Menschen näherbringen, denn nur was ich kenne, schütze ich“, so Erdinger.

Jetzt geht es aber erstmal los, vom Startpunkt Realschule hinein in den Wald. Die letzten Häuser verschwinden rasch. Kontakte zu den Anwohnern ergeben sich von selbst: „Muss ich Angst um meinen Hund haben?“, fragt eine Dame augenzwinkernd. Nein, muss sie nicht. Denn zum einen sind die Vögel angebunden und zum anderen fällt ihr mittelgroßer Hund nicht ins Beuteschema. Uhus, die größte Eulenart in Europa, mögen Mäuse, Vögel und Igel.

Und dann wird es spannend: Uhu Uwe wandert von Rainer Erdingers Hand samt Handschuh zu Peter Röther aus Wuppertal. Der wundert sich, denn „den habe ich mir schwerer vorgestellt!“ Röther ist schon viele Etappen des Neanderland-Steigs gelaufen, „denn da findet man ganz tolle Ecken direkt vor der Haustür, zu denen man sonst nie gekommen wäre“. Die aktuelle Etappe ist er schon gelaufen und wiederholt sie jetzt der Vögel wegen: „Wann hat man schon mal die Gelegenheit, solchen Tieren so nahe zu kommen!“ Uwe – im übrigen mit eigener Facebook-Seite – sitzt derweil auf seinem Arm, dreht den Kopf (bis zu 270° sind möglich) und lässt sich auch mal kraulen.

Peter Röther freut sich, genau wie Kerstin Pulm, die zusammen mit ihrem Vater Klaus mitwandert, der Uwe anfangs noch skeptisch betrachtet („Aber wenn der flattert, dann kommen Sie, nicht?“). Am Zwönitzer Eck hat sie Wüstenbussard Merlin auf dem Arm und ist begeistert. Zufällig haben die beiden Erkrather den Flyer zur Wanderwoche gesehen und sofort beschlossen mitzumachen. „Vor Jahren habe wir eine Flugshow gesehen und waren seitdem fasziniert von Greifvögeln. Ich hätte aber nicht gedacht, dass die so ruhig bleiben bei fremden Menschen“, so Kerstin Pulm.

Ein, zwei Flatterer, ein Schrei, mehr an Aufregung ist Merlin nicht anzumerken. Und am Stauteich angekommen wird er von einem staunenden Jungen gleich noch mal aufgewertet: „Ein Adler!“ ruft der Kleine ganz aufgeregt seinen Eltern zu. Das trifft’s nicht ganz, aber auch am Heiligenhauser Himmel können Greifvögel beobachtet werden. „Das sind dann meistens Mäusebussarde, Rotmilane oder Turmfalken“, erklärt Uta Wittekind von der Wald-Forscher-Station. „Rotmilane zum Beispiel erkennt man am gegabelten Schwanz.“ Die Vögel von Uta Wittekind sind Ausflüge wie diesen übrigens gewohnt: So werden sie an Kinder, Tiere und unterschiedliche Umgebungen gewöhnt.

Am Umweltbildungszentrum, dem Endpunkt der Wanderung, wartet dann noch Elvis. Die einjährige Büscheleule wird nicht größer als 15 cm und erfüllt sämtliche Putzigkeitskriterien. So niedlich wie Elvis, so zufrieden die Wandernden, die abschließend noch die vogelkundliche Sammlung im UBZ anschauen. Uhu, Bussard und Eule haben ein paar Fans mehr.