Das aktuelle Wetter Heiligenhaus 26°C
Soziales

Asylbewerberheim: Verwaltung in Heiligenhaus muss nachsitzen

04.10.2013 | 18:00 Uhr
Asylbewerberheim: Verwaltung in Heiligenhaus muss nachsitzen
Möglicherweise ein Alternativ-Standort: die ehemalige Grundschule Unterilp.Foto: Sonja Glaser-Stryak / WAZ FotoPool

Heiligenhaus.   Finanzausschuss erteilt der Verwaltung von Heiligenhaus den Auftrag, Alternativen zum 3,6 Millionen Euro teuren Neubau an der Friedhofsallee zu prüfen. Ludgerusstraße und Unterilp als mögliche Standorte.

Eigentlich wollte sich Bürgermeister Dr. Jan Heinisch vom Haupt- und Finanzausschuss am Mittwochabend das Okay für seinen Plan geben lassen, einen Investor für den 3,6 Millionen Euro teuren Neubau des Asylbewerberheims an der Friedhofsallee zu finden. Nachdem sich parteiübergreifend Widerstand regte, ließ er darüber aber gar nicht erst abstimmen. Stattdessen beauftragten die Ausschussmitglieder die Verwaltung, Alternativen zu suchen und zu prüfen, ob Heiligenhaus eine zentrale Unterbringungseinrichtung des Landes bauen könnte – denn NRW könnte Kommunen, die eines einrichten, finanziell entlasten.

In diesen Einrichtungen werden Asylbewerber untergebracht, bevor sie vom Land an die Kommunen verteilt werden. Sozialamtsleiter Jörg Saborni gab zu bedenken, dass bei dieser Lösung mit deutlich mehr Flüchtlingen zu rechnen wäre. Aktuelles Beispiel ist die Stadt Wickede-Wimbern, die auf Weisung von NRW 500 Asylanten Unterkunft gewähren soll – bei 800 Einwohnern. Realistischer sind daher wohl die übrigen Alternativen, die von der Verwaltung geprüft werden sollen: Das derzeitige Provisorium zum Dauerzustand zu erheben, die ehemalige Grundschule Unterilp umzubauen oder ein geeignetes Objekt zu erwerben. Heinisch prophezeite schon vor der finanziellen Prüfung: „An einem anderen Grundstück wird das Invest mindestens genauso hoch sein.“ Trotzdem ließen sich die Ausschussmitglieder nicht davon abbringen, dem Antrag der SPD zuzustimmen – diesmal nicht nur mit den Stimmen von SPD und Wahl, sondern auch mit denen der FDP und des CDU-Fraktionsvorsitzenden Ralf Herre; der Rest seiner Fraktion enthielt sich. Im August hatten CDU und FDP den Antrag der SPD noch abgelehnt.

Der Rat soll entscheiden

Heinisch befürwortet weiterhin das Mietkauf-Modell, zu dem die Verwaltung neue Fakten auf den Tisch brachte: Es sei die einzige Möglichkeit, das Vorhaben überhaupt zu realisieren. Wie Kämmerer Michael Beck klarstellte: „Wir hätten keine Kreditermächtigung mehr, um 2014 folgende eine solche Investition zu tätigen.“ Im Klartext: Die 3,6 Millionen Euro würde die Kommunalaufsicht nicht genehmigen; ein Abstottern aber sehr wohl. Für Letzteres schätzt die Verwaltung die jährlichen Kosten bei 15 Jahren Laufzeit auf 350 000 Euro. Einen Investor müsste sie nicht lange suchen: „Das wäre eine städtische Gesellschaft“, kündigte Heinisch an.

Trotzdem war der einzige Beschluss, den er bekam, der einer Prüfung von Alternativen – am 9. Oktober soll darüber der Rat entscheiden. Wenn es nach dem Bürgermeister geht, allerdings womöglich ohne Grundlage: Das Ergebnis der Prüfung „wird zur Ratssitzung nicht vorliegen“, sagte er. Die Zeit bis dahin sei zu knapp.

350 000 Euro Kosten pro Jahr

Den Bedarf für das künftige Asylbewerberwohnheim gibt die Verwaltung mit 108 Plätzen an. Zurzeit wohnen im Übergangsheim zwar nur 65, weitere 32 Menschen sind aber in Wohnungen untergebracht. Seit dem Umzug in das derzeitige Provisorium sind nach Angaben der Verwaltung acht neue Asylbewerber dazu gekommen; hochgerechnet ergäbe das den Bedarf von 108 Plätzen. „Das Thema Asyl und Flüchtlinge wird nicht abnehmen“, betonte Bürgermeister Dr. Jan Heinisch am Mittwochabend im Finanzausschuss. Bliebe es bei Zuweisungen in der aktuellen Höhe, könnte das noch nicht gebaute neue Asylbewerberheim Ende 2014 ausgelastet sein. Die Verwaltung hofft aber darauf, weiterhin viele in Wohnungen unterbringen zu können – und darauf, „dass sich der ein oder andere nationale Kriegszustand erledigt.“

Gegen die geschätzten Kosten von 350 000 Euro pro Jahr für den Mietkauf des neuen Heims rechnet der Bürgermeister die derzeitigen Kosten von rund 200 000 Euro pro Jahr, so dass sich 150 000 Euro an tatsächlichen Mehrkosten ergäben.

Monique de Cleur

Kommentare
04.10.2013
22:42
Deutschland ist ein so reiches Land.......
von okidoki1 | #1

SPD und Grüne fordern Aufnahme von deutlich mehr Syrern
Vor der Ankunft der ersten von etwa 5000 Flüchtlingen mehren sich Forderungen nach der...
Weiterlesen

Funktionen
Fotos und Videos
Flug über Heiligenhaus
Bildgalerie
Aus der Luft
Kran zestört Autos
Bildgalerie
Fotostrecke
Viele Film-Fans kamen
Bildgalerie
Open-Air im Heljensbad
Open-Air im Heljensbad
article
8524261
Asylbewerberheim: Verwaltung in Heiligenhaus muss nachsitzen
Asylbewerberheim: Verwaltung in Heiligenhaus muss nachsitzen
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/heiligenhaus/asylbewerberheim-verwaltung-in-heiligenhaus-muss-nachsitzen-id8524261.html
2013-10-04 18:00
Heiligenhaus