Arnd Federspiel schreibt Krimis mit Heljenser Lokalkolorit

Nicht immer so ernst: Arnd Federspiel liebt das Spiel mit Worten auf dem Papier. Ebenso ist er ein ausgezeichneter Vorleser.
Nicht immer so ernst: Arnd Federspiel liebt das Spiel mit Worten auf dem Papier. Ebenso ist er ein ausgezeichneter Vorleser.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Im Museum Abtsküche begeisterte er das Publikum bei einer Lesung durch seine Spiel- und Vortragsfreunde.

Heiligenhaus.. „Sie sind ganz schön mutig. Wissen Sie, was hier so alles passiert ist?“ Halb im Scherz, halb im Ernst bereitete Moderator Peter Ihle am Sonntagabend die Zuhörer im Museum Abtsküche auf das vor, was da in der nächsten Stunde auf sie zukommen würde: mörderische Spannung.

Arnd Federspiel, Krimiautor und Schauspieler, war auf Einladung von VHS und Geschichtsverein gekommen, um ebensolche zu verbreiten. „Das ist der erste Kurs, den ich gebe“, konstatierte der Essener angesichts der über 30 Teilnehmer zählenden Anwesenheitsliste, und versprach mit einem charmanten Lächeln, bis zum Einbruch der Dunkelheit Mord und Totschlag beendet zu haben.

Zwei Kurzgeschichten

Zwei Kurzgeschichten hatte Federspiel mitgebracht: „Jenseits von Heljens“ aus dem Band „Schicht im Schacht“ und „Stein am Bein“, eine bislang unveröffentlichte Story. Beiden ist das spezielle Heiligenhauser Lokalkolorit eigen – Wiederkennungswert bei den Zuhörern gleich hundert Prozent. Dass dem studierten Juristen seine alte Heimat ans Herz gewachsen ist – man merkt’s. Und ein paar Seitenhiebe auf die „Metropole“ im Grünen ließen die Zuhörer ebenso schmunzeln wie es dem Autor Spaß gemacht hat, diese Zeilen zu Papier zu bringen.

Während er in „Jenseits von Heljens“ einen klassischen Who-done-it erzählt, in dem ein wertvolles Manuskript von John Steinbeck dem Mordopfer zum Verhängnis wird, besticht „Stein am Bein“ durch komödiantische Aspekte. Es geht um zwei Bankräuber, die ihre Geisel um die Ecke bringen wollen, doch einiges geht schief. Sichtliche Spiel- und Vorlesefreude vermittelte Federspiel im Museum Abtsküche, schlüpfte gekonnt in die unterschiedlichen Rollen.

Federspiels Helden sind ein wenig wie er: ironisch, dem schwarzen Humor zugetan, mal Schriftsteller, mal arbeitssuchende Schauspieler mit einem Faible für „Schimanski“ oder Robert Louis Stevenson. „Man bringt sich schon mit selbst ein“, sagt der 49-Jährige und gesteht: „Manchmal sogar mehr, als einem bewusst ist.“ Aber komplette Übereinstimmungen, ein Alter Ego, nein, das finde man bei ihm nie – ein bisschen Geheimnis muss bleiben.

Neue Kurzgeschichten sind in Produktion, ab Herbst steht er wieder auf der Bühne im Theater Courage in Essen, verrät er zum Schluss, bevor es ans Büchersignieren geht.