Anwohner fürchten um Existenz

Hauptstraßenumbau..  Auf der Bürgerinformationsveranstaltung habe ich erstmals von den Plänen des Umbaus auf der Hauptstraße, östlicher Teil, erfahren. Wie sich bei dieser Veranstaltung heraus stellte, erging es dem überwiegenden Teil der Anwesenden ähnlich.

Bei dieser Veranstaltung habe ich dann ebenfalls erfahren, dass die Immobilienbesitzer einen Großteil der Kosten dieser aus meiner Sicht reinen Verschönerungsmaßnahme selber zu tragen haben. Auf Nachfrage wurde mir mitgeteilt, das für mein Grundstück auf der Hauptstraße 112 eine geschätzte Summe von 53 000 Euro zu entrichten sei.

Wie ebenfalls nun bekannt wurde, erfolgt kurzfristig eine neue Satzung, welche die finanzielle Beteiligung wahrscheinlich nochmals anheben wird. Die finanzielle Belastung jedes Einzelnen rechtfertigt in keiner Weise den späteren Nutzen der geplanten Baumaßnahme. Zudem kommen weitere Kosten, wie die Erneuerung der Hausanschlüsse auf viele Eigentümer zu. Ich gehe mittlerweile davon aus, dass ich in meinem Fall Gesamtkosten von mindestens 80 000 Euro zu tragen habe.

Wir sollen nun für etwas bezahlen, wonach wir nicht gefragt wurden, was wir nicht in Auftrag gegeben haben, was wir nicht möchten und was später keinerlei Nutzen haben wird. Die Summe, welche nun der Bürger für eine Verschönerungsmaßnahme aufbringen soll, raubt wahrscheinlich vielen Betroffenen auf der Hauptstraße ihre Existenzgrundlage. Dazu kommen drastische Umsatzeinbrüche, insbesondere während, vermutlich aber auch nach der Bauphase.

Sehr nachdenklich stimmt mich die Vorgehensweise. Es entsteht der Eindruck, dass systematisch im stillen Kämmerlein geplant wurde und der „dumme Bürger“ nun vor vollendete Tatsachen gestellt wird. Ein fairer und offener Informationsfluss hat im Vorfeld leider nicht stattgefunden. Die Betroffenen wurden zu keinem Zeitpunkt in die Planung, insbesondere nicht in die Finanzierungsplanung eingebunden. Das betrifft übrigens auch den bereits fertig gestellten Bauabschnitt 1. Dort ist sich offensichtlich bisher niemand über die Tragweite der finanziellen Eigenbeteiligung bewusst.

Im Falle einer Umsetzung der Maßnahme bleibt vielen, so wie auch mir, sicherlich keine andere Möglichkeit, als später gegen einen etwaigen Zahlungsbescheid der Stadt Heiligenhaus zu klagen. Sandra Batz, Wülfrath