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Anstoß für alle

31.05.2011 | 17:32 Uhr
Anstoß für alle
Werbung für den Stadtteil: Der Künstler Thomas Pischke (mit den roten Hörner am Hut) stellt Menschen zu einem N für Nonnenbruch zusammen. Von der Drehleiter der Feuerwehr wurden dann Aufnahmen gemachte. Foto: Rieck

Heiligenhaus.„Frau Langenkamp, was machst du hier?“, fragt ein etwa dreijähriges Mädchen. „Ich habe hier ganz viel Besuch“, erklärt Kirsten Langenkamp, Leiterin des Familienzentrums im Nonnenbruch.

Stimmt, in einem Gruppenraum sitzen knapp 20 Erwachsene. Sie stellen „Open Space“ im Nonnenbruch vor. Am 18. Juni startet die große Aktion, um mehr Gemeinsamkeit und das Wir-Gefühl in diesem Stadtteil zu fördern.

Es geht darum, „Menschen im Stadtteil zu aktivieren“, sagt Bürgermeister Dr. Jan Heinisch und dankt den „Initiatoren, die bereit sind, das Projekt anzuschieben“. Es gebe schon viele Ansätze, nicht nur an Weihnachten.

Programm „Stärken vor Ort“

Städtischer Jugend-Fachbereichsleiter Thomas Langmesser berichtet von den Fördermitteln, die die Stadt verwaltet. Die Gelder kommen aus den Töpfen des Europäischen Sozialfonds (ESF) sowie des Bundesfamilienministeriums. Das Programm „Stärken vor Ort“ wird darin gefördert, das wiederum „Open Space“ für ein geeignetes Projekt hält, das Miteinander zu forcieren.

Aktionen
Oberilp

Jugend-Fachbereichsleiter Thomas Langmesser hat in der Oberilp jahrelang verschiedene Wege gesucht, um die Stadtteilbewohner zusammen zu führen. Mit „Stärken vor Ort“ im Jahr 2004 hat es dann geklappt. Sogar eine Stadtteilzeitung gibt es in der Oberilp – seit sieben Jahren.

Was ist „Open Space“? Klaus Rogge, der die Veranstaltung moderieren wird, nennt es „strukturiertes Kaffeetrinken“. Es geht darum, viele Ideen aus der Bevölkerung zu sammeln, sie in Workshops zu vertiefen und anschließend zu dokumentieren. Peter Pettkus von der Caritas steht ihm zur Seite.

Klaus Rogge: „Was dabei rauskommt, wissen die Götter!“ Völlig ungewiss ist der Ausgang. Das hängt von den Beteiligten ab.

Und die Bevölkerung hat sich im Nonnenbruch ziemlich verändert. Waren es in den 1950er Jahren noch hauptsächlich Menschen aus Schlesien, leben „mittlerweile 31 Nationen im Nonnenbruch“, so die Leiterin des Stadtteilbüros Ortrud Elsner.

31 Nationen leben im Stadtteil

Angelika Binkowski-Nimmert vom Bürgerverein wünscht sich eine Homogenität, „einen Stadtteil, auf den sich jeder einlassen kann“. Sie setzt sich wie Heidi Otte und Cordula Gyra für Integration und gemeinsames Erleben ein. „Viele, die wir ansprechen, haben anfangs Bedenken“, berichtet Gyra. Wenn sich die Nachbarn überwunden haben, „kommen manche mit Sorgen und gehen mit einem Lächeln im Gesicht“, freut sich Gyra noch einmal gedanklich mit den Menschen.

Unterm Strich geht es um alle Menschen im Nonnenbruch, die am 18. Juni ab 11 Uhr einfach ihre Gedanken zu dem Stadtteil ins Familienzentrum tragen möchten. Dafür erhalten sie Speisen und Getränke kostenlos – und neue Anregungen.

Nicole Krzemien

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