Angeben – aber richtig

Jeder kennt sie, diese Typen, die damit rumprotzen, was sie sich alles gönnen können. So einen haben wir im Bekanntenkreis. Neulich war es wieder soweit: Mit seiner Frau war er für ein Wochenende verreist und hatte ihr Karten für eine Abendveranstaltung geschenkt. Damit auch ja alle mitbekommen, was für ein toller Mann er ist, hatte er schon vor dem Hotel lautstark erzählt, dass es „Zur roten irgendwas“ gehen sollte.

Während er davon ausging, dass das Taxi ihn und seine Frau ins Theater bringen würde, brachte es sie zu einem ganz anderen Etablissement. Zwar hatte der Taxifahrer den Wichtigtuer, als der ihm das vermeintliche Ziel nannte, dreimal gefragt, ob er sich da sicher sei. Von sich mehr als überzeugt wetterte er aber dem Fahrer entgegen: „Natürlich bin ich mir da sicher!“ Ganz kleinlaut wurde er jedoch, als das Taxi vor einer Bar hielt.

Sie schafften es dennoch rechtzeitig ins Theater. Aber als er später zurück ins Hotel kam, da spürte er die seltsamen Blicke der Menschen. Vielleicht war das ja eine Lektion: Wenn schon Angeben, dann auch richtig. ast