Alles nur halb so wild

Als die Ankündigung kam, dass unsere Straße für mehrere Monate zur Umleitungsstrecke werden soll, war die Sorge groß: „Wo sollen wir denn dann parken? Plätze zum Abstellen der Autos sind doch so schon knapp, aber wenn jetzt eine Fahrbahn komplett gesperrt wird, müssen wir ja am anderen Ende der Stadt parken.“ So und ähnlich lauteten die Befürchtungen und es gab vorerst kaum ein anderes Gesprächsthema, wenn sich die Menschen auf der Straße begegneten.


Mittlerweile ist die eine Fahrbahn schon seit gut einem Monat gesperrt. Und wie steht’s mit den Parkmöglichkeiten? Längst nicht so schlimm wie befürchtet! Okay, ab und an müssen wir wirklich am Ende parken – aber nicht am anderen Ende der Stadt, sondern lediglich am anderen Ende der Straße. Und das ist auch nur ein paar Hundert Meter vom Haus entfernt.


Und selbst unsere Nachbarn, die sonst immer einen Parkplatz direkt vor der Haustür ergattern, wissen es mittlerweile sogar zu schätzen, aufgrund der Baustelle jetzt ab und an ein bisschen weiter laufen zu müssen – auch, wenn das nur ein Part des Pärchens zugibt: „Endlich kriege ich meinen Mann dazu, auch mal ein paar Meter zu laufen“, verriet unsere Nachbarin.


Und der ist insgeheim auch froh, den erforderlichen Tritt bekommen zu haben, um endlich wieder etwas sportlicher zu werden.