„All Inklusive“ gastiert in Heiligenhaus

Hand in Hand geben sich die Schauspieler der Pro-Monil Theatergruppe „All Inklusive“ gegenseitig Kraft. Die gemeinsamen Proben haben die ganze Gruppe verändert.
Hand in Hand geben sich die Schauspieler der Pro-Monil Theatergruppe „All Inklusive“ gegenseitig Kraft. Die gemeinsamen Proben haben die ganze Gruppe verändert.
Foto: Duhme
Was wir bereits wissen
Die Pro-Mobil Theatergruppe „All Inklusive“ lebte Inklusion auf der Bühne. Die jungen Schauspieler blühten im Dschungel richtig auf.

Heiligenhaus..  Mit ausgestreckten Armen tänzelt Louis über die glitschigen Steine. Fast hätte der junge Abenteurer das Gleichgewicht verloren und wäre in den reißenden Strom gefallen. Allein ist er im tiefen Dschungel aber nicht. Zusammen mit seinen wagemutigen Freunden erklimmt er steile Felswände, kriecht durch dunkle Höhlen und kämpft gegen gefährliche Monster. Um all das zu erleben musste die inklusive Theatergruppe „All Inklusive“ nicht bis ans Ende der Welt fliegen. Schlingpflanzen und Tiger lauerten am Sonntag in der Kita „Die kleine Robbeninsel“.

Langsam schiebt sich das Bühnenbild zur Seite. Mit einem breiten Grinsen lugt Lisa zwischen den bunt bemalten Vorhängen hindurch. Auch Schauspielkollege Steffen staunt nicht schlecht über das große Publikum und wirft spontan einen Handkuss in die Menge. Den Kindern mit und ohne Behinderung ist die Nervosität an der Nasenspitze anzusehen. Sie wollen endlich loslegen und das Schauspiel zeigen, für das sie über ein Jahr lang immer wieder geprobt haben.

„Es macht Spaß, ist bunt und lebendig“

Dann nimmt Pro-Mobil-Koordinator Alexander Leben endlich das Geschichtenbuch in die Hand und führt die Abenteurer von Hindernis zu Hindernis. Dass dabei nicht alles so läuft wie geplant, ist gar nicht schlimm. „Es ist wichtig, auf die Kinder einzugehen – selbst während sie spielen“, findet der Impresario. Das ein ums andere Mal musste der Herr mit dem schwarzen Zylinder spontan improvisieren. Die Arbeit mit der inklusiven Theatergruppe ist zwar eine Herausforderung, aber die nimmt Alexander Leben gern an: „Es macht Spaß, ist bunt und lebendig.“

Die Nachwuchsschauspieler blühen auf der Bühne regelrecht auf. Sie spaßen mit dem Publikum, wirbeln durch das selbst gemalte Bühnenbild und kichern selbst noch im Schlaf am Lagerfeuer. Doch gemeinsam bauen die Abenteurer nicht nur eine Brücke über den reißenden Dschungelstrom, sondern auch hinüber zur gelebten Inklusion. „Das schönste ist die Freundschaft, die sich in der Gruppe entwickelt hat. Sie haben sich alle gegenseitig unterstützt und Hindernisse gemeistert“, freut sich Leben.

Keine Berührungsängste

Den Schritt in die gemischte Gruppe wagten auch Kübra und Diara. Berührungsängste hatten die beiden Schülerinnen nicht. „Ich bin ganz normal auf die anderen zugegangen und habe keinen Unterschied gemacht. Meine Erfahrungen waren positiv. Es hat sehr viel Spaß gemacht“, findet Kübra.

Bei so einem starken Zusammenhalt, werden sogar wilde Monster ganz handzahm. Zusammen mit den mutigen Abenteurern verputzt das vermeintliche Ungeheuer am knisternden Lagerfeuer frisch gegrillte Marshmallows.