Alarmsignale

Während Heiligenhaus halblaut darüber nachdenkt, Räume in ihrem Kulturzentrum notfalls für Flüchtlinge herzunehmen, läuteten größere Städte schon viel lauter die Alarmglocke: Das nicht so ferne Duisburg blamierte sich gründlich mit dem Auf- und Abbau einer Flüchtlings-Zeltstadt.


So weit soll es hier nie kommen. Und selbst die Umwidmung von Turnhallen zu Schlafsälen will die Stadtverwaltung nach Kräften vermeiden. Gut so. Man sollte die Notfall-Pläne der Kommunen vor allem als Alarmsignale nach Düsseldorf und Berlin lesen: als Appell zügig zu handeln.
Die bisher ungemein zähe Asylantrags-Bürokratie produziert eine ungeheure Ungerechtigkeit. Menschen, die vor Unrechtsregimen fliehen, leben ebenso lange in einem für sie kaum erträglichen Schwebezustand zwischen Bangen und Hoffen wie jene aus den viel zitierten „sicheren“ Herkunftsländern. Und an der Seegrenze der Festung Europa im Mittelmeer beginnt mit jedem Wintersturm erneut das hundertfache Sterben.


Dagegen sind die Quartiers-Überlegungen hier im Rathaus nur Detail einer europäischen Frage, die seit Jahren schändlich verschleppt wird. Und die Schlepper kassieren.