Acht Taten kommen zur Anklage gegen einen Heiligenhauser

Das Justizzentrum in Wuppertal, Schauplatz des Strafverfahrens gegen den 51-Jährigen aus Heiligenhaus.Foto:Matthias Graben
Das Justizzentrum in Wuppertal, Schauplatz des Strafverfahrens gegen den 51-Jährigen aus Heiligenhaus.Foto:Matthias Graben
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Was wir bereits wissen
51-Jähriger soll seine Stieftochter missbraucht haben, seit das Mädchen zehn Jahre alt war. Die heute 22-Jährige wird nicht-öffentlich aussagen.

Wuppertal / Heiligenhaus..  Ein 51-jähriger Angeklagter aus Heiligenhaus muss sich seit Montag wegen schweren Kindesmissbrauchs vor dem Landgericht Wuppertal verantworten. Der Mann bestreitet die Vorwürfe, wonach er ab Ende 2003 in Velbert über Jahre seine Stieftochter missbraucht haben soll, die zu Beginn der mutmaßlichen Taten erst zehn Jahre alt war.

Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte teils die Couch im Wohnzimmer, teils das Ehebett der gemeinsamen Wohnung in Velbert-Mitte für die Übergriffe gewählt haben. Die Taten soll er auch nach einem Umzug der Familie innerhalb des Viertels fortgesetzt haben, bis das Mädchen 14 Jahre alt war. Im Einzelnen geht es um acht Vorwürfe, die sich den Ermittlungen zufolge zeitlich zumindest grob fassen lassen sollen.

Dabei lautet die Anklage in drei Fällen auf schweren Missbrauch, also auf zumindest beischlafähnliche Handlungen. Für jedes einzelne dieser Verbrechen muss der Angeklagte, sollte er verurteilt werden, mit mindestens zwei Jahren Gefängnis rechnen. Eine Bewährungschance wäre dann wegen der Länge der Strafe von vorn herein ausgeschlossen.

Ziel der Verteidigung: Freispruch

Zum Prozessbeginn ließ der Angeklagte zunächst seinen Verteidiger, Anwalt Rainer Pohlen, vortragen und ergänzte dann die Angaben. So tritt er den Vorwürfen insgesamt aber auch einzelnen angeblichen Tatumständen entgegen. Ziel der Verteidigung ist laut Anwalt ein Freispruch.

Das Gericht hat zunächst vier Fortsetzungstermine anberaumt. Wichtigste Zeugin ist das mutmaßliche Opfer. Die junge Frau ist inzwischen 22 Jahre alt. Sie ist für Freitag in den Zeugenstand geladen. Für die Dauer ihrer Aussage kann das Gericht die Öffentlichkeit ausschließen, um ihre Intimsphäre zu schützen.

Darüber hinaus werden einerseits Gutachter aussagen, aber wohl auch Personen aus dem Umfeld der Familie des Angeklagten. Sie könnten Hinweise auf die mutmaßlichen Taten bemerkt haben oder den Richtern Angaben machen, wann das Opfer was darüber berichtet hat.

Von diesen Aussagen kann die Glaubwürdigkeit des Berichts der 22-Jährigen abhängen.