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Tragödie

25-Jährige Heiligenhauserin starb bei Loveparade

28.07.2010 | 17:08 Uhr
25-Jährige Heiligenhauserin starb bei Loveparade

Heiligenhaus.Die Katastrophe von Duisburg, sie hat Heiligenhaus erreicht. Eine 25-jährige Heiligenhauserin erlag in der Nacht zum Mittwoch ihren Verletzungen – vier Tage nach der Massenpanik bei der Loveparade. Die Frau hinterlässt einen kleinen Sohn.

Der Duisburger Staatsanwalt Rolf Haferkamp hatte die Nachricht am Vormittag den Medien mitgeteilt, wenige Minuten später verbreitete sie sich schon über das Internet. Freunde und Bekannte der Familie brachten dort in Kommentaren ihre Bestürzung zum Ausdruck. Besonders tragisch: Die junge Frau hinterlässt einen kleinen Sohn.

Auch im Rathaus ist man ob der Todesmeldung fassungslos, wusste aber durchaus um die Identität der Frau und ihren kritischen Zustand. Denn bereits unmittelbar nach dem Unglück, als die Verletzten geborgen wurden, war die Stadt als zuständige Meldebehörde von der Duisburger Polizei angefragt worden.

„Es ist schlimm, dass die Loveparade für Heiligenhaus noch eine andere Dimension jenseits des rettungsdienstlichen Aspektes bekommen hat“, zeigt sich Bürgermeister Dr. Jan Heinisch tief betroffen und ergänzt erklärend: „An jenem Samstag waren auch Heiligenhauser Rettungsdienstler in Duisburg, um zu helfen.“ Die 25-Jährige sei zwar ihm persönlich nicht bekannt, so Heinisch weiter, „aber Mitarbeiter aus dem Hause hatten zu ihr Kontakt.“

Landesflagge auf Halbmast

Am Dienstag wehte bereits die Landesflagge auf Halbmast vom Rathaus-Balkon, jetzt wurde sie auf einen der Fahnenmasten auf dem Platz gezogen. Die Stadtflagge ist an ihre Stelle getreten. Heinisch: „Ein symbolischer Akt der Trauer.“ Darüber hinaus habe man zur Familie des Opfers inzwischen Kontakt aufgenommen, Begleitung und Unterstützung in dieser nun schweren Zeit angeboten.

Die Duisburger Staatsanwaltschaft ermittelt indes vier Tage nach den Ereignissen am Tunnel gegen Unbekannt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung. Im Rahmen dessen wurden unter anderem Planungs- und Genehmigungsunterlagen bei der Stadt Duisburg und bei dem Veranstalter der Loveparade sichergestellt.

„Das alles zeigt, wie heikel solche Massenveranstaltungen sind“, erklärt Heinisch nun aus der Warte der Genehimgungsbehörde. „Auch wir als Stadt kennen den Druck der Veranstalter. Man macht sich bei denen nicht beliebt, wenn man eine starre Haltung einnimmt.“ Dennoch sei die Stadt Heiligenhaus damit bislang immer gut gefahren. „Ich fühle mich bestätigt“, betont Dr. Jan Heinisch, „wenn wir zum Beispiel beim Maifest auf dem Meiersberg auf Forderungen wie Brandschutz und Notausgänge beharrt haben.“ Immerhin mehrere tausend Besucher tummeln sich auch dort stets auf den Tanzflächen.

Auch im Vorfeld des Jugendkulturcamps im Paradies (14. bis 29. August) habe man gerade vor dem Hintergrund des Loveparade-Debakels noch einmal intern über etwaige Gefahrensituationen geredet, mögliche Szenarien durchgespielt. „Hier sitzen DRK, THW, Feuerwehr und Jugendfeuerwehr mit im Boot.“ Den jugendlichen Gästen wolle man nicht nur einen angenehmen Aufenthalt bieten, sondern natürlich auch einen sicheren. An das Jugendkulturcamp sollen sich die Teilnehmer mit Freude erinnern.

Ein Umstand, der auf die Loveparade in Duisburg nie zutreffen wird. „Seine Welt“ seien diese Art Veranstaltungen zwar nicht, so Heinisch. „Aber Freunde von mir waren dort im Tunnel – und die waren tief geschockt. Das vergisst man nicht.“

Petra Treiber

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Kommentare
08.08.2010
20:53
25-Jährige Heiligenhauserin starb bei Loveparade
von wolfgang klein | #7

Sieh auf zu den Sternen.
Gib Acht auf die Gasse.
-Wilhelm Raabe-

www.loveparade2010doku.wordpress.com

29.07.2010
12:43
25-Jährige Heiligenhauserin starb bei Loveparade
von zebramaus37 | #6

Ein Mahnmal am Todestunnel wäre endlich mal eine anständige Idee!!!!! Das ist die Stadt Duisburg allen Opfern und deren Angehörigen schuldig. Ich selber habe mir auch schon Gedanken darüber gemacht. Man sollte vielleicht ein Spendenkonto einrichten und von den Spenden sollte man eine Gedächtnistafel mit Namen und Geburtsdatum der Opfer errichten und an der Wand wo der Zugang zu Rampe war anbringen das sind wir den Opfern und den Angehörigen einfach schuldig.(Wobei das ja eigentlich Sache der Stadt wäre aber ich vermute mal soweit kann dieser Mann der sich unverständlicher Weise immer noch OB schimpft nicht denken.) Die Welt soll sehen das Duisburger Bürger nicht so denken wie dieses A........ Sauerland was sich immer noch unser OB nennt. Sauerland tritt endlich zurück!!!!! Duisburg kann solch einen Profit und Geldgierigen OB nicht gebrauchen du bist eine Schande für unsere Stadt!!!!!!!!! Ich schäme mich im Moment wirklich eine Duisburgerin zu sein!! Die Schuldigen sollen sich endlich dazu bekennen das sie fehler gemacht haben.Meine Tochter war mitten drin als das Unglück seinen Lauf nahm und ich kann jeden gut verstehen der nun maßlose Wut auf die Verantwortlichen hat. Mann hat 21 Menschenleben geopfert nur um dieses Event stattfinden zu lassen unmöglich! Ein zu und Abgang das kann einfach nicht gutgehen. Warum hat man nicht die eine Seite des Tunnels für den Abgang und die andere Seite für den Aufgang gewählt??? Warum sind die Schleusen nicht sofort geöffnet worden??? Alles Fragen über Fragen wo ich hoffe das diesse Lückenlos aufgeklärt werden. Ich Gedenke den Opfern deren Familien und Freunden und hoffe sie haben die Kraft diese schweren Stunden zu überstehen

29.07.2010
10:43
25-Jährige Heiligenhauserin starb bei Loveparade
von nachgedacht | #5

nur gut, dass unseren Politikern und unserer Verwaltungsspitze Selbstdarstellung so völlig fremd ist ...
Interessant: der offene Brief eines ehemaligen Polizeipräsidenten aus dem Jahr 2009:
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,708598,00.html

28.07.2010
23:20
25-Jährige Heiligenhauserin starb bei Loveparade
von Caro | #4

ich gedenke allen opfern und deren familien und freunden und wünsche allen verletzten gute besserung!Ich war zwar nicht dabei aber mich nimmt das sehr mit!!!Lg caro

28.07.2010
19:58
25-Jährige Heiligenhauserin starb bei Loveparade
von ollig | #3

Erst 10, dann 15, dann 19, dann 20, jetzt 21, morgen ... ?! Selbst drei oder zwei oder einer wären drei, zwei, einer zu viel gewesen. Junge Menschen wurden auf dem Altar der Selbstdarstellung geopfert. Am Ende muss wieder ein kleines Rädchen im Getriebe den Kopf hin halten. Mir fällt nur noch Max Liebermann ein: Ich kann nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte!

28.07.2010
18:01
25-Jährige Heiligenhauserin starb bei Loveparade
von robby | #2

Eine Demonstration vor dem Duisburger Rathaus am Donnerstag den 29.07.2010 um 10 Uhr soll den Druck auf Politik und Stadtverwaltung erhöhen. Die Veranstalter rechnen mit einigen hundert Teilnehmern. Am Samstag gibt es einen Trauerzug.

28.07.2010
17:51
25-Jährige Heiligenhauserin starb bei Loveparade
von onkeltom04 | #1

1-2-3-4-5-6-7-8-9-10-11-12-13-14-15-16-17-18-19-
20 und jetzt noch - 21 bitte langsam nachzählen und sich Fragen ob Menschenleben in einer Hirachie denkende Verwaltung nicht Verantwortungswert sind.

Ich gedenke den Opfern und Ihren Familien und Freunden.

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