Das aktuelle Wetter Hattingen 21°C
LIteratur

Zurück am „Haus der grauen Mönche“

17.02.2016 | 06:00 Uhr
Zurück am „Haus der grauen Mönche“
Jan ZweyerFoto: Manfred Sander

Hattingen.  Jan Zweyer hat den letzten Teil seiner Mittelalter-Trilogie um den Waisen Jorge veröffentlicht. Der kehrt nach Jahren der Wanderschaft nach Hattingen zurück.

Im spätmittelalterlichen Hattingen beginnt Jan Zweyers historischer Roman „Das Haus der grauen Mönche“, und hier lässt der Herner Autor den dritten, soeben erschienenen Teil seiner 1300-seitigen Trilogie („Im Dienst der Hanse“) um den Waisen Jorge von Linden anno 1511 auch enden. Dabei hatte Zweyers aus Hattingen verbannter Protagonist nach Jahren der Wanderschaft bereits begonnen, sich in der Hansestadt Lübeck eine neue Existenz aufzubauen . . .

Dass Jan Zweyers Roman ausgerechnet Hattingen als einen wichtigen Schauplatz hat, beruht dabei ein Stück weit auf: Zufall. Er habe für seine Geschichte eine Stadt im Ruhrgebiet gesucht, die zur Zeit des ausgehenden Mittelalters diesen Namen schon verdient habe, hat er mal verraten – und dabei zunächst an Recklinghausen gedacht. Doch als er mit seiner Frau einen Ausflug zur Burg Blankenstein unternommen habe, habe er sich umentschieden: Warum nicht Hattingen, das als Unterhansestadt damals ja in die überregionalen Handelsstrukturen eingebunden war? Und dessen schöne Altstadt es ihm einfach angetan hat?

Ebenhier, genauer gesagt im „Haus der grauen Mönche“, dem Wohnort der Dominikaner, lässt er denn auch seinen Romanprotagonisten Jorge von Linden aufwachsen – einen Waisenjungen, dessen Eltern einer Intrige zum Opfer gefallen sind. Das Haus der grauen Mönche habe es dabei wirklich gegeben, hat Jan Zweyer einmal betont, „irgendwo in der Nähe der St.-Georgs-Kirche, vielleicht in der Kirchstraße“, hat er es einem Vor-Ort-Besuch im Februar des vorigen Jahres in Hattingen vermutet.

Als sein Mentor, Bruder Bernardo, stirbt, muss Romanfigur Jorge von Linden die Stadt 1502 als 14-Jähriger verlassen, sieben Jahre später aber kehrt er wieder nach Hattingen zurück. Unterdessen hat er einiges erlebt: Jan Zweyer lässt seinen Protagonisten in Teil zwei seiner Trilogie („Freund und Feind“) von Räubern gefangen nehmen, ihn in Silbergruben bei Zwickau arbeiten, sich als Gelegenheitsarbeiter durchs Leben schlagen. Im aktuellen dritten Teil der Trilogie („Im Dienst der Hanse“) schließlich tritt Jorge anno 1506 als 18-Jähriger in Lübeck in die Dienste einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie ein – und fast scheint's, als sei er endlich einmal irgendwo angekommen im Leben.

Warum genau dem allerdings doch nicht so ist, warum Jorge auch Lübeck schließlich wieder verlässt und es ihn später zurück nach Hattingen zieht, das wird ebenso spannend wie lebendig erzählt – vor dem historischen Hintergrund des damaligen Dänisch-Schwedischen Krieges; und eingewoben in eine Liebesgeschichte.

Ob das „Haus der grauen Mönche“ bei Jorges Rückkehr in seine Heimatstadt noch steht? Wie sich diese Kleinstadt im Ruhrgebiet seit seinem Weggang entwickelt hat? Und ob der erwachsen gewordene Waisenjunge am Ende gar Hochzeit in Hattingen hält? Nun: Nach rund 400 (weiteren) Seiten von Jan Zweyers mittelalterlicher Familiensaga werden Sie es wissen.

Sabine Kruse

Kommentare
Funktionen
Fotos und Videos
Milow singt bei tropischer Hitze
Bildgalerie
Zeltfestival Ruhr
5000 Fans jubeln The BossHoss zu
Bildgalerie
Zeltfestival Ruhr
Konzert
Bildgalerie
Wolf Coderas Session...
Besuch im Rathaus Hattingen
Bildgalerie
WAZ öffnet Pforten
article
11570355
Zurück am „Haus der grauen Mönche“
Zurück am „Haus der grauen Mönche“
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/hattingen/zurueck-am-haus-der-grauen-moenche-id11570355.html
2016-02-17 06:00
Hattingen