Zu Lande und in der Luft
29.08.2010 | 13:28 Uhr 2010-08-29T13:28:00+0200
Hattingen.Aus dem Leben von Rennfahrer Bernd Rosemeyer und Pilotin Elly Beinhorn – ihr Sohn und ihre Enkelin in der Henrichshütte.
„Ich bin stolz auf meine El-tern und ich sehe meinen Vater als jungen Mann, meine Mutter als 100-Jährige, die aber immer jung geblieben ist“, sagt Bernd Rosemeyer jr. über seine Eltern. Er ist zum Vortrag über die beiden Sporthelden ins Industriemuseum Henrichshütte gekommen.
Bernd Rosemeyer sen. und Elly Beinhorn zählen zu den bedeutendsten deutschen Sportlern, denen große Erfolge gelungen sind. Rennfahrer Bernd Rosemeyer sen. besaß bereits im Alter von 16 Jahren alle Führerscheinklassen. Mit zweiachsigen und vierachsigen Fahrzeugen war er bei Wettbewerben am Start. Deshalb ist er auch den Sportinteressierten im Ausland ein Begriff. Berühmt ist er vor allem für einen Weltrekord: 1938 erreichte er bei einem Autorennen eine Höchstgeschwindigkeit von 447 Stundenkilometern.
Nur durch Zufall lernte er auf einem Sportfest die zwei Jahre ältere Elly Beinhorn kennen. „Sie wollte immer raus in die Ferne. Außerdem war sie eine Einzelgängerin“, beschreibt Bernd Rosemeyer jr. seine Mutter. Sie war eine Fliegerin, die auch schon in jungen Jahren hohe Flugscheine erwarb und mehrere Weltreisen unternahm. „Es war damals gefährlich. Die Motoren waren gar nicht so gut ausgestattet und daher standen Notlandungen auf der Tagesordnung“, erklärt Rosemeyer. Zur Veranschaulichung wurden auf einer Leinwand Bilder der Eltern gezeigt. Außerdem präsentierten die Vortragenden Daten und Fakten. Elly Beinhorn war eine der ersten Frauen, die als Pilotin Langstreckenflüge nicht scheute und 1932 im Alleinflug um die Welt startete. Sie starb 2007. Beinhorn und Rosemeyer sen. waren das Vorzeigetraumpaar von Nazi-Deutschland.
Als Bernd Rosemeyer jr. gerade zehn Wochen alt war, verunglückte sein Vater. Die Mutter blieb allein mit dem Sohn. Sie verfasste zwei Bücher über ihren Mann. „Sie schrieb die Bücher, um mit der Situation fertig zu werden.“, schildert Rosemeyer. Seine Tochter, Daisy Rosemeyer, war mit ihm nach Hattingen gekommen und las Passagen aus den Büchern vor. So konnten sich die Zuhörer ein Bild machen.
Zum Ausklang führten Uwe Wick und Robert Laube vom Industriemuseum die Zuhörer durch die Sportheldenausstellung. Dort haben auch alte Dokumente, ein zeitnahes Video und ein nachgestellter Rennwagen der Rosemeyers einen Platz gefunden.
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