Zahl der Blutspender sinkt deutlich

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Was wir bereits wissen
Mehr als 700 Spenden weniger als im Vorjahr im Kreis. Reserven des Blutspendedienstes West reichen für drei Tage. In Hattinger Kliniken gibt es bisher keinen Mangel.

Hattingen..  Im EN-Kreis wurde im letzten Jahr deutlich weniger Blut gespendet als 2013. Der Blutspendedienst West des Deutschen Rotes Kreuzes mahnt: „Die Reserven reichen maximal für drei Tage.“ Besonders bei der Blutgruppe Null negativ sieht es schlecht aus. Eine Knappheit gibt es in Hattinger Kliniken aber nicht.

Ließen sich im EN-Kreis (ohne Witten) 2013 noch 7681 Menschen Blut „abzapfen“, waren es in 2014 nur 6949. Ein Grund für den Rückgang der Blutspenden im EN-Kreis sei auch die Zurückhaltung von Neuspendern. 64 Neulinge weniger kamen zum Blutspenden (von 1200 auf 1136), berichtet Heinz Kapschak, Vize-Sprecher des Blutspendedienstes West.

Einen Blutmangel gibt es in den Hattinger Kliniken aber nicht. „Alles eine Frage des richtigen Blutmanagements“, erklärt Dr. Jürgen Walle, Transfusionsbeauftragter im Evangelischen Krankenhaus (EvK). In einem eigenen Blutdepot verwaltet die Klinik ihre Vorräte. Blutgruppe Null negativ sei deshalb so begehrt, weil sie universell einsetzbar ist – aber auch selten. „Zu Engpässen kann es kommen, wenn eine Klinik nicht darauf achtet, erst kompatibles gleiches Blut zu verwenden statt den Allrounder“, sagt Walle.

Im St. Elisabeth-Krankenhaus in Niederwenigern gibt es kein eigenes Blutdepot. Es wird vom St. Josef-Krankenhaus in Kupferdreh mit versorgt. „Dort wird eine Mindestmenge an Konserven vorgehalten, die dem durchschnittlichen Bedarf angepasst ist“, berichtet Sprecherin Sandra Köpnick. Etwa 1400 Transfusionen wurden in den beiden Kliniken in Niederwenigern und Kupferdreh im vergangenen Jahr durchgeführt. Engpässe habe es bisher nicht gegeben.

Neue Operationsverfahren tragen dazu bei, dass weniger Blut benötigt wird. Im EvK lagert das Blut durchschnittlich fünf Tage, bis es genutzt wird. Wichtig sei, bestellte, aber nicht benötigte Blutkonserven schnell für andere Operationen freizugeben, „um nicht künstlich eine Knappheit hervorzurufen“, erklärt Walle. Denn Blut ist nur wenige Wochen haltbar. Auch die Kühlkette muss unbedingt eingehalten werden. Weniger als zehn Prozent der Blutkonserven müssen im EvK ungenutzt entsorgt werden. „Es gibt Kliniken, in denen der Wert bei zum Teil 40 bis 50 Prozent liegt“, sagt Jürgen Walle.

Der Blutspendedienst West, zuständig für NRW, Rheinland Pfalz und das Saarland, benötigt täglich etwa 4500 Blutspenden, um die Kliniken und Arztpraxen zu beliefern. Allein im Regierungsbezirk Arnsberg werden etwa 800 Spenden täglich benötigt. Hinzu kommen bis zu 150 Anfragen für Notfallpatienten. Und Kapschak mahnt: „Wenn es auf der A 1 einen schweren Unfall gibt, muss genug Blut vorhanden sein.“