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Jugendarbeit

„Wir übernehmen eine wichtige Rolle”

15.02.2010 | 17:37 Uhr

Der Vorsitzende des Jugendrings plädiert dafür, die Zuschüsse für Vereine und Verbände nicht zu kürzen.

Thorsten Spittank möchte nicht den Teufel an die Wand malen. Nicht behaupten, dass Kinder sozial verwahrlosen, wenn die Stadt bei Vereinen und Verbänden kürzt und ihnen nur noch den halben Zuschuss zukommen lässt. Der Vorsitzende des Jugendrings stellt aber die Summen gegenüber für freiwillige und Pflichtausgaben wie Heimunterbringung. Malt sich und anderen aus, was passieren könnte, wenn bei Kindern und Jugendlichen zu viel gespart wird. Sagt: „Wenn wir es schaffen, nur ein Kind so festzuhalten, dass es nicht abruscht, spart die Stadt 80 000 bis 100 000 Euro im Jahr”.

Der Vorsitzende des Jugendrings macht sich stark für die Vereine und Verbände, die dort zusammengeschlossen sind. Fürchtet er doch gravierende negative Auswirkungen, wenn sie nur noch die Hälfte bekommen. Er hat Verständnis dafür, dass der Kämmerer sparen muss. Findet die Zuwendungen für Vereine und Verbände von 11 200 Euro aber einen „lächerlich geringen Betrag” angesichts der Summen, die die Stadt ausgeben muss, wenn Probleme aus dem Ruder laufen. Und hofft auf Unterstützung quer durch die Parteien im Jugendhilfeausschuss am Donnerstag. Damit ein kleiner Betrag nicht große negative Folgen hat.

Spittank vertritt 1200 Mitglieder von den Pfadfindern über DLRG und Falken bis zur DJK und ihrem Breitensport. Die freiwilligen Ausgaben der Stadt an sie sollen halbiert werden. Das Geld ist gedacht für Investitionen und Zuschüsse zu Anschaffungen. Wenn Pfadfinder ein neues Zelt brauchen oder die Kirche einen Beamer. Auch in die Fortbildung der Menschen wird Geld investiert. Spittank, der schon lange aktiv in der Jugendarbeit ist, gibt zu bedenken, dass die Sätze aus den 70er-Jahren stammen.

„Eine Jurte kostet 3500 Euro”, sagt er. Da sind Zuschüsse schnell aufgebraucht. Die Kirchen könnten aber nicht alles aus Eigenmitteln anschaffen. Auch auf private Sponsoren lasse sich nicht alles abwälzen. „Die können nicht alles auffangen”, so Spittank. Das gilt auch für die Mitglieder der Vereine.

„Wenn wir 1200 Kinder und Jugendliche zwei Stunden in der Woche sinnvoll beschäftigen, ihnen pädagogisch wertvolle Jugendarbeit angedeihen lassen, dann übernehmen wir eine sehr wichtige Rolle”, sagt Spittank. Würde die Stadt die Aufgaben selbst übernehmen, käme sie an die Leistungen „nie so billig dran”. Deshalb sein Appell: Vereinen und Verbänden nicht von dem sowieso schon wenigen Geld noch etwas wegnehmen.

Brigitte Ulitschka

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