„Wir machen uns selbst ein Bild“
10.02.2012 | 10:21 Uhr 2012-02-10T10:21:00+0100
Hattingen. Gesamtschule hat oft mit Rückläufern zu tun. Gymnasium: Eltern entscheiden.
Petra Schmidt, stellvertretende Leiterin der Grundschule Weiltor, ist nicht die einzige, die von einer Momentaufnahme spricht, wenn Empfehlungen für die weiterführende Schule ausgesprochen werden. Fehleinschätzungen seien möglich. Doch würden Grundschullehrerinnen die Entwicklung der Kinder vier Jahre beobachten. Angesichts von G8 sei das Gymnasium nicht für jedes Kind richtig. Eine längere gemeinsame Grundschulzeit fände Petra Schimanski, Leiterin der Heggerfeld-Grundschule, schön.
Ob Eltern entscheiden, auf welche Schule sie ihr Kind schicken, oder die Grundschule, ist Elke Neumann „im Grund egal. Wir machen uns selbst ein Bild“, sagt die Leiterin der Gesamtschule, an der alle Abschlüsse möglich sind.
„Toll, ich hab’ in Mathe eine Zwei“, hat sich noch am Mittwoch ein kleiner Junge gefreut, der in der Grundschule eine Drei hatte. „Geh’ vorbei und zeig’ sie der Lehrerin“, hat sie dem Schüler geraten.
In dem Alter gebe es ein riesiges Entwicklungspotenzial. Nicht immer lässt sich einschätzen, wo die Reise hingeht. Immer öfter hat sie aber mit Eltern zu tun, die „sich verkalkuliert haben“ und die zu hohe Erwartungen an Sohn oder Tochter hatten. Unglücklich sitzen sie dann vor ihr, weil das Kind das Gymnasium nicht packt und als Rückläufer einen Platz sucht. Der aber oft nicht vorhanden ist.
Egal, welche Noten und welche Empfehlung auf dem Zeugnis stehen – die Eltern entscheiden. Wer als Hauptschüler gesehen wird, könnte das Gymnasium ansteuern. „Wir dürfen ihn nicht ablehnen“, sagt Gerd Buschhaus, Leiter des Gymnasiums im Schulzentrum Holthausen. „Seit dem letzten Jahr entscheidet der Elternwille.“ Mit den Erziehungsberechtigten werde aber ein intensives Gespräch geführt, das sich die Schule gegenzeichnen lässt.
Das Gymnasium schaue nicht nur auf Noten, sondern spreche mit Grundschullehrern. Einbezogen wird, wie schlechte Noten zustande kamen, ob sich die Eltern getrennt haben. Auch bei Einsern und Zweiern muss nicht das Gymnasium empfohlen werden. Vielleicht ist das Kind sehr still, kommt möglicherweise „in einem großen Schulsystem nicht zurecht“.
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