Wintergast im warmen Wohnwagen

Dieter Eickerling
Dieter Eickerling
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Dieter Eickerling ist einer der ganz Wenigen, die trotz Kälte campen. Auf dem Platz „An der Kost“ findet er zur Ruhe und verfolgt die Spiele seines Heimatvereins auf dem Fernseher.

Hattingen..  Das Thermometer zeigt nur ein Grad Celsius an. Dieter Eickerling macht das nichts aus. Er nutzt trotzdem seinen Wohnwagen am Campingplatz „An der Kost“ und bildet damit eine große Ausnahme unter den Campern. Denn viele sind hier im Winter nicht anzutreffen.

Dieter Eickerling lebt alleine, hat seinen Wohnsitz in Gelsenkirchen. Doch die Ruhr ist seine zweite Heimat geworden. Denn dort hält er sich sehr oft auf. Das Vorzelt vor dem Wohnwagen ist daher auch das gesamte Jahr über aufgebaut. „Ich mache Camping seitdem ich denken kann“, erzählt Eickerling. Es ist für ihr ein Stück seines Lebens geworden, das er nicht missen möchte. „Ich habe hier meinen Spaß“, bekennt sich der Camper zu seiner Leidenschaft.

Seine zweite Leidenschaft ist der FC Schalke 04. Er verfolgt die Spiele der Königsblauen auf der Mattscheibe. Wenn besonders spannende Heimspiele anstehen, wie zum Beispiel in dieser Woche gegen den FC Bayern München, dann fährt Dieter Eickerling in seine Heimat. Dort verfolgt er die Partien mit Bekannten. „Es sind ja nur 30 Kilometer, ich bin also schnell mal wieder zu Hause“, sagt er.

Zurzeit ist Eickerling aber häufiger in Hattingen als in Gelsenkirchen und lebt dort in seinem kleinen Wohnwagen – denn seine Wohnung wird umgebaut. Auf dem Campingplatz ist er zwar fast alleine, doch daran hat er sich in den Wintermonaten längst gewöhnt. Die anderen Camper seien nur selten da. „Sie schauen nach, ob alles in Ordnung ist. Das mache ich auch regelmäßig“, so der Rentner. Und ganz selten gibt es auch im Winter mal Gäste, die zelten.

Dieter Eickerling gefällt sein Leben auf dem Campingplatz. Er plant, sich noch zu vergrößern. Einem Bekannten hat er einen längeren Wohnwagen abgekauft. „Darin ist alles, was man braucht. Mein Wagen wird mir zu klein“, sagt er. Das Vorzelt behält er trotzdem, auch wenn er sich darin im Winter weniger aufhält. Vor einem Jahr hat er darin noch einen neuen Holzboden verlegt. Mit Petroleumlampe und einem Heizofen ist er auch im Winter gut ausgestattet. Den Wohnwagen hat er abgedichtet, um die Kälte von außen fernzuhalten.

Im Winter kocht er jeden Tag ein warmes Essen. Zeit dafür hat er und beim Campen kann er abschalten. „Hier finde ich zur Ruhe“, freut sich Eickerling. Daheim in Gelsenkirchen sei es ihm an manchen Tagen zu laut – zu viel Trubel ist nichts mehr für ihn. Auf die Frage, ob er eine Schmerzgrenze hat, was die Außentemperatur betrifft, lächelt Dieter Eickerling. „Im Moment geht es noch. Wenn es minus zehn Grad sind, dann ist es aber zu kostspielig, den Ofen hochzudrehen.“