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Wie der Hase in den Kaninchenstall kommt

25.03.2016 | 18:00 Uhr
Wie der Hase in den Kaninchenstall kommt
Mark Lorenz (2. Vorsitzender) hat ein Hasenkaninchen auf dem Arm, sein Sohn Lasse (11) einen Zwergwidder und Henny (7) einen Farbenzwerg.Foto: Manfred Sander

Hattingen.  Im Kaninchenzüchterverein W 541 Stüter werden Tierliebe und Gemeinschaft großgeschrieben.Die Familien halten zusammen. Und die Leidenschaft reißt auch die Kinder mit.

Ein großes Schild mit der Aufschrift „Frische Eier“ steht bei Familie Lorenz aus Sprockhövel im Garten. Der Zusammenhang liegt nahe in diesen Tagen: Der Osterhase bringt die Eier, das lernt jedes Kind schon in jungen Jahren. Und bei Familie Lorenz stehen tatsächlich 60 Hasen im Garten. Zumindest fast, denn einige der 60 Vierbeiner haben sich lediglich den Namen des Hasen geliehen. Mark Lorenz ist Kaninchenzüchter, zu seinen Rassen gehört auch das Hasenkaninchen, die einzige Kaninchen-Rasse, die den Namen Hase trägt. Einige Merkmale sind ähnlich – verwandt oder verschwägert sind die beiden Tiere aber nicht.

Sonst hätte es das Hasen-Kaninchen wohl auch nicht in die Zucht von Mark Lorenz geschafft. Er ist 2. Vorsitzender und einer von 33 Mitgliedern des Kaninchenzüchtervereins W541 Stüter. Seit drei Jahren ist er im Verein aktiv und auch seine Kinder Lasse (11) und Henny (7) hat er mit seiner Leidenschaft angesteckt. Die beiden Kinder züchten bereits selbst, was unter anderem an den Tätowierungen in den Ohren der Tiere zu erkennen ist.

„Jedem Kaninchen wird in das linke Ohr der Geburtsmonat sowie eine fortlaufende Nummer tätowiert, im rechten Ohr steht der Vereinsname W541“, erklärt Jürgen Vogelbruch, 1. Vorsitzender der Kaninchenzüchter aus Hattingen und Sprockhövel. Lasse und Henny gehören im Verein zu den drei Jungzüchtern, daher steht in den Ohren ihrer Tiere das Kürzel WJ541. Der Verein hat dafür sogar zwei eigene Tätowiermeister im Vorstand.

„Die Tätowierungen garantieren auch einen fairen Wettbewerb“, sagt Mark Lorenz. Denn so kann verhindert werden, dass etwa der Vater seinem Nachwuchs ein besonders schönes Tier für die nächste Schau übergibt. Dass das nicht nötig ist, haben die beiden Kinder bei der Landesschau Westfalen-Lippe dieses Jahr bereits bewiesen. Denn mit ihren Farbenzwergen konnten sie den Jugend-Titel holen. Und so ein Gewinn weckt schnell Begehrlichkeiten. „Das Meister-Kaninchen ist derzeit ins Rheinland verliehen und wird dort eingesetzt“, erklärt Vater Mark mit einem leichten Grinsen.

Die Wege zur Kaninchenzucht sind sehr unterschiedlich. Während Mark Lorenz erst seit wenigen Jahren aktiv dabei ist, kam Jürgen Vogelbruch bereits als Kind über seinen Opa zum Verein. Das ist jetzt 55 Jahre her. „Leider gehen die Zahlen etwas zurück. Derzeit werden im Verein pro Jahr rund 250 Tiere neu tätowiert. Vor zwölf bis 15 Jahren waren es noch 600 bis 700 Tiere“, so Vogelbruch.

Das hängt sicher auch mit dem ganz eigenen Image zusammen, das den Kaninchenzüchtervereinen anhängt. „Die Reaktionen sind ganz unterschiedlich. Aber ja, wir werden auch oft für unser Hobby belächelt“, sagt Vogelbruch. Doch weder davon, noch von der vielen Arbeit, die die Zucht mit sich bringt, lassen sich Vogelbruch und Lorenz abhalten. Denn neben der Liebe zu den Tieren ist es auch das Vereinsleben, das ihnen viel Spaß macht. „Die Familien halten zusammen, anders wäre das auch gar nicht möglich. Und im Verein duzen sich alle, das ist ein schönes Gefühl“, wirft Ehefrau Martina Lorenz ein.

Fabian Nitschmann

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2016-03-25 18:00
Hattingen