Wenn das Idyll in Flammen gesetzt wird

Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services

Leise plätschert das Wasser gegen den Bootssteg, während die Sonne langsam hinter den Baumspitzen verschwindet. Eine fast idyllische Szenerie, während doch im Hintergrund lautes Kindergeschrei und lärmende Musik zu hören sind. Vielleicht ist es gerade das, was das Fest am Kemnader Stausee schon seit Jahrzehnten so erfolgreich macht. Ein Volksfest zwischen drei Städten.

Zahllose Autos drängen sich schon in den Mittagsstunden rund um den Hafen Oveney und gönnen den Parkordnern in ihren hellgelben Westen keine Pause. Nähert man sich von Hattinger Seite dem Fest, so gelangte man zunächst ins Kinderland und allen voran zur so genannten Mitmachbaustelle.

„Reich’ mir mal einen Ziegel!“ Tim und Lea versuchen sich hier, eingezäunt von hüfthohen Bauzäunen, als Dachdecker und legen Platten, die wie echte Dachziegel aussehen, auf ein dachartiges Holzgerüst. Weiter hinten haben, bemalen Kinder Wände oder spielen Maurer und schichten mithilfe von Mörtel Backstein um Backstein übereinander.

„Für euch, die ihr echt von überall aus der Gegend angereist seid, spielen wir jetzt noch einen letzten Song!“, schreit Frontsänger Kay der Band Mira Boom ins Mikrofon. Während in den Nachmittagsstunden vorwiegend junge Familien mit Kinderwagen die Angebote nutzten, zieht das Festival nun überwiegend junge Leute auf sein großes Gelände, auf dem 85 Rettungssanitäter im Einsatz sind. Und so können sich die Gäste an zwei Abenden – am Samstag und am Sonntag – am traditionellen Höhenfeuerwerk erfreuen, bei dem es tatsächlich so aussieht als würde das Idyll rund um den Stausee für rund eine Viertelstunde in Flammen gesetzt.