Weihnachten und weitere Katastrophen
22.11.2009 | 17:05 Uhr 2009-11-22T17:05:00+0100Kabarett mit Kai Magnus Sting und drei Duisburger Philharmonikern begeistert das Publikum im ausverkauften Alten Rathaus.
„Unter Weihnachtsmännern” heißt ein Kabarett mit Kai Magnus Sting und drei Duisburger Philharmonikern, das das Publikum im ausverkauften Alten Rathaus begeisterte.
Weihnachten und weitere Katastrophen sind das Thema des Abends: Mit furioser Beredsamkeit macht Kai Magnus Sting einen verbalen Rundumschlag um das Fest der Gefühle. Und da dominieren Hass, Wut, Neid, Missgunst – und Völlegefühl, vor allem nach dem Kochduell zwischen Sabine und ihrer Schwiegermutter, das auch dieser gestrengen Feinschmeckerin ein knurriges „nicht übel” abringt. Verwandtenbesuche bis Ostern und Weihnachtsgeschenke nach dem Geschmack von Tante Frieda, nicht aber des Beschenkten können das Stimmungsbarometer endgültig in den Keller sinken lassen, wenn das die Hausbesuche der Zeugen Jehovas noch nicht geschafft haben. Für ihre beruhigende Versicherung, das Ende der Welt stehe vor der Tür, hat Kai Magnus Sting mit unverwüstlicher Schlagfertigkeit allerdings die passende Bemerkung bereit: „Seh' ich!” Im Repertoire hat er auch die vom deutschen Sensationsfernsehen noch nicht entdeckte Wahrheit über die Geburt Jesu: Der wurde nämlich nicht wegen der von den Römern angeordneten Volkszählung in Bethlehem statt in Nazareth geboren, sondern weil Maria unbedingt in einer dortigen Spezialklinik mit besonderen Methoden für eine schmerzfreie Geburt entbinden wollte – dummerweise ohne Reservierung. Auch Ratschläge zur Kindererziehung mit so brisanten Themen wie Umgang mit ADHS-Kindern und Kommentare zur modernen – handlungsorientierten und kreativen – Pädagogik fehlen nicht. Für den guten Ton in dem bunten Potpourri sorgen Martin Schie (Oboe), Laszlo Kerekes (Fagott) und Christoph Lamberti am Schlagzeug mit Arrangements vom Gregorianischen Choral St. Johannes aus dem 12. Jahrhundert über Bachs c-Moll Präludium, Beethovens 9. Symphonie und Gerhswins Rhapsody in Blue bis zu „Smoke on the Water” von Deep Purple.
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