WAZ-Leser erkunden Gethmannschen Garten

Manfred Overrath, Vorsitzender des Heimatverein Blankenstein, führte eine Gruppe WAZ-Leser durch den Gethmannschen Garten.Fotos:Volker Speckenwirth
Manfred Overrath, Vorsitzender des Heimatverein Blankenstein, führte eine Gruppe WAZ-Leser durch den Gethmannschen Garten.Fotos:Volker Speckenwirth
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Langjährige Zeitungsleser nahmen teil an einem geführten Spaziergang mit kurzem Vortrag, Frühstück sowie Kaffee und Kuchen. Mancher kannte die Anlage noch nicht.

Hattingen..  Auf der Leinwand zeigt eine kleine Diashow alte Postkarten vom Gethmannschen Garten um das Jahr 1900. 24 Leserinnen und Leser der WAZ frühstücken derweil gemütlich mit Brötchen und frischem Obst im Café am Stadtmuseum Blankenstein, tauschen sich aus. Die WAZ Hattingen hatte sie am Sonntag zum Frühstück mit Information über den Gethmannschen Garten und anschließendem Spaziergang eingeladen.

Drei Paare aus Sprockhövel sitzen an einem Tisch, die sich aus der TSG Sprockhövel gut kennen, aber nicht wussten, dass die jeweils anderen auch zu diesem Treffen kommen würden. Als Peter Grote, der von der besonderen Lage des Gartens berichtet, fragt, wer noch nie im nur sechs Hektar, also etwa sechs Fußballfelder großen Garten spaziert ist, meldet sich u.a. Jutta Nath (64). Mit viel Herzblut beschreibt Grote das Blankensteiner Kleinod.

Wunsch: Sichtachsen wieder befreien

Er berichtet, dass die Wilhelmshöhe, benannt nach einem von Gethmanns Söhnen, der höchste Punkt in Blankenstein ist. „Der Burghof liegt tiefer, und wenn man auf der Burg steht, ist man nur eineinhalb Meter höher.“ Dass im Jahr 2000 die letzte Gethmannsche in Blankenstein starb, berichtet er – und setzt hinzu, dass dafür inzwischen zwei auswärtige Gethmanns Mitglied im Heimatverein Blankenstein seien. Grote setzt sich dafür ein, betonend, dass das seine persönliche Meinung sei, dass die Gartenpflege wieder ein Ziel verfolgen sollte: die Sichtachsen frei zu schneiden. „Früher konnte man bis Dortmund, bis Bochum-Linden, zur Burg Altena, zur Ruhrbrücke, zur Altstadt Hattingen, zur Isenburg sehen.“

Das ist heute schwieriger, hohe Bäume versperren heute größtenteils den Blick, stellen die Gäste dann auch beim in zwei Gruppen aufgeteilten, geführten Spaziergang fest, bei dem es noch mal Extra-Informationen gibt. Désirée Dufour vom Heimatverein Blankenstein berichtet, woher der – nicht gern gehörte – Spitzname „Irrgarten“ herrührt: „Nach 125 Jahren war der Garten so verwildert, dass man sich nicht mehr zurechtfand.“

Heute ist die Lage schon besser, aber dennoch: „Wir waren schon öfter in dem Garten spazieren, aber bis zum Belvedere sind wir noch nie gekommen“, sagt Marlies Fischer (57). Von hier, wo Menschen auch schon mal mit Kaffeekanne herkommen, um den Sonnenuntergang zu genießen, erfreut sie sich gerade am Blick aufs Ruhrtal. Sie freut sich über die Führung, weil man dabei „doch Hintergründe erfährt. Das ist eine schöne Sache.“

Hintergründe wie: Warum gibt es in dem Garten eine Obstbaumallee? „Das war das Gethmannsche Verständnis der Kombination Arbeit und Muße“, sagt Désirée Dufour. Beim Spaziergang lernen sich die Teilnehmer kennen, kehren später ins Café zurück, um den Vormittag bei Kaffee und Kuchen zu Gesprächen zu beschließen.