Wasserstand an der Ruhr nur leicht erhöht

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Was wir bereits wissen
Bis zum Ende des Jahres sollen neue Pläne für Umgang mit Hochwasser erarbeitet werden.

Hattingen..  Obwohl der Wasserstand der Ruhr derzeit höher als der normale Durchschnitt ist, besteht die Gefahr für eine Überschwemmung nicht. So lag der Wasserstand am Montag am Pegel Hattingen beispielsweise bei etwa 2,60 Metern (statt durchschnittlich 1,99 Meter). Von einem mittleren Hochwasser ist allerdings erst ab 5,21 Metern die Rede.

Auch der Durchfluss sei, so der Pressesprecher des Ruhrverbandes Markus Rüdel, nur etwas erhöht: „Durchschnittlich fließen 70 Kubikmeter in der Sekunde, derzeit sind es rund 100 Kubikmeter. Aber erst bei einem Durchfluss von 570 Kubikmetern wäre von einem mittleren Hochwasser die Rede.“

Am Samstagvormittag erreichte die Durchflussmenge einen vorläufigen Höhepunkt. Am Pegel Hattingen wurden 122 Kubikmeter Wasser in der Sekunde registriert. Seitdem geht die Wassermenge wieder kontinuierlich zurück.

Die leicht erhöhten Werte davor sind auf das regnerische Wetter zurückzuführen. Eine Gefahr stellen sie aber noch nicht dar. In den nächsten Tagen sind die Aussichten eher unkritisch. Erst bei der nächsten Schneeschmelze könnten sich die Werte zum Negativen hin ändern. Doch selbst dann würde die Ruhr nur an wenigen Stellen über die Ufer treten. „Da passiert nichts Großartiges“, so Rüdel. Auf eine Schneeschmelze sei die Ruhr eingestellt.

Am Sonntagmittag ließen es sich die Spaziergänger im Bereich der früheren Badeanstalt Dahlhausen nicht nehmen, das herrliche Wetter auch direkt am Fluss zu genießen. Familien waren warm eingemummelt unterwegs, um die Schwäne zu füttern.

Um jedoch auch bei extremen Hochwasserereignissen, wie es sie im Bereich der Ruhr etwa im Jahr 1984 oder zuletzt 2007 gegeben hat, besser reagieren zu können, arbeitet das Land derzeit eine Hochwasser-
Risikomanagement-Richtlinie aus. Bis Dezember 2015 sollen entsprechende konkrete Pläne für die einzelnen Flüsse und deren Einzugsbereiche vorliegen. Mit einem solchen Bündel von Plänen will das Land besser über bestehende Gefahren informieren und die dann zu treffenden Maßnahmen abstimmen. Ziel sei es, hochwasserbedingte Risiken für Menschen und Umwelt zu ver­ringern.