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Was Landtagsabgeordnete nebenher verdienen

11.10.2012 | 21:00 Uhr
Was Landtagsabgeordnete nebenher verdienen
Regina van Dinther.Foto: Claudia Schütte

Hattingen.  Nur Nebeneinkünfte ab 12 000 Euro sind anzugeben. Grüne veröffentlichen Einkünfte freiwillig.

Die durch stolze Redehonorare von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück aufgekommene Diskussion um Nebeneinkünfte der Parlamentarier lenkt den Blick auch auf die heimischen Landtagsabgeordneten. Bislang müssen die Abgeordneten in Düsseldorf erst jährliche Nebeneinkünfte von 12 000 Euro und mehr angeben. Diese Einkünfte werden aber nicht veröffentlicht, sondern der Landtagspräsidentin gemeldet.

Mit Transparenz für die Bürger hat das nichts zu tun. Einzig die Grünen veröffentlichen bisher ihre Nebeneinkünfte bis auf den Cent genau. Es handelt sich um eine freiwillige Selbstverpflichtung. Die Einkünfte werden jeweils Ende Oktober auf der Internetseite www.gruene-fraktion-nrw.de veröffentlicht.

Verena Schäffer, Landtagsabgeordnete der Grünen, hatte in der vergangenen Legislaturperiode eigenen Angaben zufolge keinerlei Nebeneinkünfte. Wie sieht es aber bei den SPD-Landtagsabgeordneten Prof. Rainer Bovermann, Hubertus Kramer und Thomas Stotko aus? „Der Bürger hat einen Anspruch darauf, alles über die Nebeneinkünfte der Abgeordneten zu erfahren“, meint Ralf Kapschack, der Presse­sprecher der SPD-Fraktion im ­nordrhein- westfälischen Landtag.

Eine Kommission des Landtags, die am 23. Oktober tagt, werde sich mit einer möglichen Neuregelung befassen. „Wir sind natürlich bereit, im Rahmen der Parlamentskommission die bisherigen Regeln für die Nebeneinkünfte von Abgeordneten zu überprüfen. Wenn sich dabei ein Änderungsbedarf ergibt, werden wir uns dem nicht verschließen“, betont dazu Norbert Römer, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion. „Denkbar wäre eine enge Anlehnung an die künftige Regelung auf Bundesebene“, regt er für die SPD an.

„Über die Nebeneinkünfte wurde schon zigmal diskutiert. Mir persönlich ist eine Neuregelung oder Veröffentlichung egal“, erklärt die Hattinger CDU-Landtagsabgeordnete Regina van Dinther (54). „Der Abgeordnete ist sowieso der transparenteste Bürger, den es gibt.“

Die meisten Landtagsabgeordneten hätten ohnehin keine großen Nebeneinkünfte, sondern nähmen neben ihrer Tätigkeit als Abgeordneter meist Ehrenämter wahr, so van Dinther. Problematisch sei aus ihrer Sicht lediglich die Veröffentlichung von Nebeneinkünften von Abgeordneten, die etwa als Rechtsanwalt arbeiten. So könnte die Schweigepflicht gegenüber Auftraggebern verletzt werden, gibt sie zu bedenken.

Thomas Borowski


Kommentare
12.10.2012
10:39
Was Landtagsabgeordnete nebenher verdienen
von hapeer | #2

"Mir persönlich ist eine Neuregelung oder Veröffentlichung egal" - behauptet Frau Dinter keck.

Nun, so ganz "egal" konnte ihr dies zumindest vor drei Jahren nicht gewesen sein. Damals hatte sie nämlich erst nach mehreren Nachfragen zugegeben, für zwei Sitzungen im Jahr 2008 und drei Sitzungen im Jahr 2009 des RAG-Beirats einen fünfstelligen Eurobetrag erhalten zu haben...

Der (die?) Abgeordnete ist sowieso der transparenteste Bürger, den es gibt? Tja, offenbar mit Ausnahme von Frau Dinter, hahaha ...

11.10.2012
21:41
Was Landtagsabgeordnete nebenher verdienen
von kitty73 | #1

Wir sind bereit die Regelungen zu überprüfen........

Eine klares Ja zur Transparenz hört sich anders an....

SPD: Aus dem Steinbrück-Desaster nichts gelernt.... und man hört einleises Murmeln: Lasst diesen Kelch an uns vorüber gehen.
Hannelore hat eh keine Meinung - flittert lieber in Namibia

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