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Wahnsinnschance: Mit zwei Sprachen aufwachsen

22.09.2008 | 18:52 Uhr

Die Türkei als Gastland der Frankfurter Buchmesse rückt in Hattingen mit fünf Veranstaltungen in den Mittelpunkt, darunter eine zweisprachige Lesung "Meine Kinder sind neidisch auf den Schüler, der fließend Englisch spricht, weil der Vater Engländer ...

Meral Calti liest Dezernent Bomheuer, Büchereichef Jeucken und Bernd Baumhold (VHS) vor. Foto: Udo Kreikenbohm

... ist", sagt Beigeordneter Andreas Bomheuer. Mit zwei Sprachen aufzuwachsen sei eine Wahnsinnschance. Was nicht nur für Englisch gilt. Im Moment steht die Türkei im Mittelpunkt - bei der Buchmesse in Frankfurt und in Hattingen.Die künstlerische Variante am "Literaturfokus Türkei" findet Bomheuer interessant, die bildungs- und sozialpolitische nicht minder. Unter dem Motto "Türkei - faszinierend farbig" trumpft nicht nur Frankfurt auf, sondern auch die Ruhrstadt mit fünf Veranstaltungen. Die Lesung jetzt am Freitag um 19.30 Uhr im Stadtmuseum mit Perihan Magden ist eingebunden in die "Buchmesse Ruhr", zu der sich Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen, Oberhausen, Gelsenkirchen, Mülheim und Hattingen zusammentun.Viele, die bis 28. November die "Türkei zu Gast im Ruhrgebiet" sein lassen, waren schon früher in Hattingen: Zülfü Livaneli, Martin Greve, Selim Özdogan, Aygen Sibel-Celik oder Cem Özdemir, der Bundesvorsitzender der Grünen werden will. Vor Ort las er aus seiner Biografie.Seit zwei Jahren liest Meral Calti, Mitglied im Integrationsrat, Kindern einmal im Monat auf Türkisch in der Stadtbücherei vor. Das hat dazu geführt, dass auf einmal "viele Frauen mit Kopftuch" ihre Kinder zum Lesen begleiten oder sich selbst Literatur holen. Statistisch erfasst sind die neuen Leser nicht.Statistisch erfasst sind 145 türkische Kinder bis zwölf Jahre (davon 74 Jungen) in Hattingen. 197 (99) sind zwischen zwölf und 20 Jahre alt. An erwachsenen Türken leben 1475 hier, 739 sind Männer. Die Literatur des Landes, in dem sie geboren sind, soll auch Deutschen nahe gebracht werden. Deshalb geht es bei der Lesung übermorgen zweisprachig zu.Die Stadtbücherei fährt zur Buchmesse. "Eine andere Türkei" rückt Prof. Dr. Zehra Ipsiroglu in den Mittelpunkt in ihrem Buch mit Autorenporträts in der Stadtbücherei. Sie hat auch Friedrich Dürrenmatt und Christine Nöstlinger ins Türkische übersetzt. Im Bücherherbst stellen Akteure aus Kultureinrichtungen Neuerscheinungen vor. Und die Wanderausstellung "Die türkische Bibliothek" bringt die wichtigsten Werke und Autoren mit. "Keine Gastarbeiter-, sondern Weltliteratur" verspricht der Büchereichef. uli



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