Von großen Burgen und kleinen Kindern

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Was wir bereits wissen
Beim Kindertrödel im Rahmen des Ferienspaßes wurde am Samstag in der Fußgängerzone an rund 90 Ständen verkauft, gehandelt und verschenkt.

Hattingen..  Die Sonne steht hoch an diesem Samstagmittag. Auf langen Tischreihen schwitzen nicht nur Barbie und Co. in der sengenden Hitze. Auch den Verkäufern und den Kunden macht das Wetter zu schaffen und so schützen sie sich mit Sonnenschirmen, einer extra Portion Sonnenmilch und noch mehr Wasser vor dem Austrocknen.

Etwa 90 Stände lockten am Samstag zum Kinderflohmarkt des Ferienspaßes in der Hattinger Fußgängerzone. „In den vergangenen Jahren waren es deutlich mehr, in der Regel um die 150“, schildert Nadine Rosemeyer vom Fachbereich Jugend der Stadt.

Das liege am Wetter, das Spontananmeldungen eher verhindere, aber auch daran, dass der Flohmarkt in diesem Jahr am zweiten Wochenende der Sommerferien stattfindet und viele bereits im Urlaub sind. „Wegen des Altstadtfestes wurde er in diesem Jahr um eine Woche verschoben.“

Fünf Euro Standgebühr

Trotzdem war die Stimmung bei den Händlern und auch bei den Kunden gut. Hanna Kumpmann, Schwester Lara und ihre Eltern hatten Glück; ihr Stand direkt vor dem Kaufland-Gebäude lag schön schattig. „Das Bilderbuch habe ich früher immer zusammen mit meinen Eltern gelesen“, so die Achtjährige. Daher falle ihr der Verkauf des Buches besonders schwer. Aber sie sieht auch ein: „Dafür bin ich doch schon zu alt.“

Anders als die Kampmanns haben sich Paula, Vincent und Barbara Hoffmann in der prallen Sonne aufgebaut. „Noch geht es“, versichern sie. „Beim letzten Mal standen wir hier noch in dicken Jacken“, schildert Mutter Barbara. „Deswegen wollen wir nicht meckern.“ Vor allem die günstigen Standpreise machen den Flohmarkt für die jungen Verkäufer attraktiv. Die Standgebühren betragen fünf Euro. Weitere fünf Euro sind als Kaution zu zahlen und werden zurückerstattet, wenn der Platz sauber verlassen wird.

Weiter oben haben Jörg Balzer und seine Frau Rosi vor dem Stand von Manuela Neubert Halt gemacht. Eine riesige, wunderschöne, hölzerne Ritterburg hat ihre Aufmerksamkeit erregt. Die wurde damals extra von einem Tischler in Auftrag gegeben. Manuela Neubert demonstriert dem Ehepaar gerade, dass das Katapult sogar funktionsfähig ist. „Ich finde die Burg wirklich super“, so Jörg Balzer. „Aber ich glaube, dass ist nichts für unsere Söhne. Die sind als Abiturienten wohl etwas zu alt dafür“, scherzt er. Doch ist er so begeistert von der Burg, dass er kurz in Erwägung zieht sie trotzdem zu kaufen. Natürlich für die Enkelkinder, die ja irgendwann kommen müssten.

Auch zu späterer Stunde will es in der Innenstadt nicht so richtig voll werden. Dabei sei das Angebot des Kinderflohmarktes gut, wie die befragten Kunden einstimmig wiedergeben. Kein Ramsch, keine professionellen Händler, das sei auf Flohmärkten heutzutage selten geworden. Auch das die Stände nur von Erwachsenen mit Kindern betrieben werden dürfen, sei gut.

Luca hat Richtige entdeckt: „Das ist ein Spiderman-Projektor, mit dem kann ich Bilder abmalen“, stellt der Spiderman-Fan fest.