Von Bärten und schwarzen Kühen
15.01.2008 | 19:21 Uhr 2008-01-15T19:21:20+0100Sinnsprüche und Volksweisheiten aus Togo in der Realschule Grünstraße "Andere Länder, andere Sprichwörter" - fremde Kulturen und ihre Lebensweisheiten nimmt die Klasse 8b der Realschule Grünstraße in diesem Schuljahr unter die Lupe. ...
... Einen Einblick in die sprachliche Bilderwelt Togos gewährte ihnen der afrikanische Musiker Joe Kiki.Am Lehrerpult des Kunstraums geht der Gastlehrer in Position. Von seinem Heimatland erzählt er. Zum Beispiel, dass es in Togo drei Grundtugenden gibt: Intelligenz, Reichtum und Weisheit. Dr. Jürgen Wilbert, derzeit unterwegs in Sachen Aphorismus, springt ein, wenn Kiki an seine sprachlichen Grenzen stößt."Ich spreche nicht sehr gut Deutsch", kokettiert der Gast. Die Sinnsprüche seiner Heimat bringt er den Schülern spielerisch näher. "Der Bart kann den Wimpern keine Geschichte erzählen." Das gibt den Schülern Rätsel auf. "Eguè metma xo na adaba" übersetzt Joe die Weisheit in seine Muttersprache, Ewe. "Xo kann nicht nur Geschichte heißen, sondern auch Weisheit oder Wahrheit", erklärt er, zum besseren Verständnis. Warum also können sich Bart und Wimpern nicht austauschen? "Vielleicht, weil die Nase dazwischen ist", überlegt ein Schüler. Joes Lösung: "Mit Wimpern wird man geboren. Wer Bart hat, ist schon erwachsen. Das Baby weiß noch nicht, was die Welt bedeutet."?Der Togoer hat die Klasse im Griff. "Schwarze Kühe geben auch weiße Milch", gibt er vor. Das bedeute wohl, dass alle Menschen gleich seien, meinen einige. "Es bedeutet aber auch, dass jede Arbeit, die man mit Liebe macht, einen weiterbringt", erklärt Joe. Zum Abschluss spielt er noch ein paar Volksweisen aus Togo und Deutschland - gesungene Weisheit eben. ne
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