Blankenstein
Vom Turm bis zum Streitkolben
08.03.2010 | 17:19 Uhr 2010-03-08T17:19:00+0100
Heft zur Historie der Burg Blankenstein erschienen.
Das wohl markanteste Bauwerk Blankensteins ist die Burg-Ruine mit ihrem fast 30 Meter hohen Aussichtsturm. Den Blick über die Stadt kennen viele Hattinger. Wer aber kennt schon die Geschichte der Burg? Ein Heft aus der Reihe „Frühe Burgen in Westfalen” informiert über geschichtliche Entwicklung, Baugeschichte und die Umgestaltung im 19. Jahrhundert. Auf 36 Seiten und 28 Illustrationen erfährt der Leser viele historische Daten und Fakten rund um das alte Gemäuer.
Ausgerechnet einer mittelalterlichen Gewalttat verdanken die Blankensteiner den Bau ihrer Burg. Denn Graf Friedrich von Isenberg ließ den Kölner Erzbischof Engelbert I. im November 1225 überfallen. Bei dem Übergriff starb der Erzbischof. Für den Tod des Geistlichen wurde Graf Friedrich von Isenberg 1226 in Köln hingerichtet.
Sein Tod bedeutete auch das Ende der Burg Isenberg: Die Festung wurde zerstört. Noch im gleichen Jahr begann sein Vetter, Graf Adolf I. von der Mark, nur wenige Kilometer vom Isenberg entfernt mit dem Bau der Burg Blankenstein. Von ihr aus kontrollierte er die Isenberger. Später entwickelte sie sich zu einem der wichtigsten militärischen und administrativen Stützpunkte der Märker an der Ruhr. So steht es in dem gerade erschienenen Heft: Die Nummer 30 der Serie über die frühen Burgen widmet sich aber nicht nur der Geschichte, sondern auch der Architektur. Die Autoren Stefan Leenen und Stefan Pätzold beschreiben anschaulich Bauteile wie den Torturm, dessen unterstes Geschoss aus der ersten Bauphase stammt: dem 13. Jahrhundert. Auf einem Bild neben dem Kapitel sieht der Leser mit Hilfe von roten Markierungen, welche Abschnitte den weiteren Bauphasen zugeordnet werden.
Ein Grundriss auf den letzten Seiten zeigt das ganze Ausmaß der Burganlage: mit Brücke, nördlicher Mauer, Brunnen – aber auch der heutigen Gastronomie. In verschiedenen Schraffuren heben die Autoren die unterschiedlichen Bauzeiten der Burgteile hervor. Das letzte Kapitel zeigt und beschreibt die Funde aus den Grabungen auf dem Burggelände wie den Kopf eines Streitkolbens. Den heute auf Burg Blankenstein niemand mehr braucht: „Heute dient sie weder kriegerischen noch herrschaftlichen Zwecken”.
12:32
Danke für den Hinweis, wir haben den Fehler schon behoben.
07:45
Es dürfte von historischer pathologischer Bedeutung sein, wie man es geschaftt hat Graf Friedrich von Isenberg so frisch zu halten, das er nach seinem Überfall auf den Erzbischof Engelbert im Jahre 1255 erst 1926 in Köln hingerichtet wurde.