Vom Gartenzwerg begrüßt
03.03.2008 | 19:44 Uhr 2008-03-03T19:44:18+0100Entdeckungstour zum Einstieg: Der erste Arbeitstag in Hattingen startete für die neue Kollegin an der Stadtmauer.Mit dem Fotografen und einem Stadtführer ging es auch zum Brunnenhof und nach Blankenstein
Da bin ich - neu in Hattingen. Den Weihnachtsmarkt kenne ich. Und Frau Holle, und die Henrichshütte. Aber jetzt habe ich ein Buch in die Finger bekommen: "Hattingen - Ansichten zu einer Stadt". Mit dem Werk unter dem Arm ziehe ich sofort los.
Zunächst zum Stadttor, vorbei am Rathaus. So ohne Adventskalender, ohne singende Kinder mit dicken Fäustlingen, ohne die Kissen schüttelnde Dame sieht es ganz anders aus. Weniger weihnachtlich halt, aber dafür immer noch historisch. Mit den vielen alten Bauten und der eindrucksvolle Stadtmauer, deren Lücke die Größe des Holschentores erahnen lässt. Ein Nebentor in den Sommermonaten ist es gewesen, lese ich in dem Buch während Kinder laut lachend vorbei schlendern.
Ich schlendere auch: die Mauer entlang und dann rechts. In einer kleinen Seitenstraße stoße ich auf einen Brunnen und schlage schnell nach. Im Brunnenhof bin ich gelandet, zwischen Grabenstraße und Emscheplatz.
"Ein gutes Beispiel für die Trinkwasserversorgung", heißt es in meinem Stadtführer. Damals natürlich. Heute schmückt er den Hof eines Fachwerkhauses, steht ganz romantisch zwischen Rosenbüschen mit ihren spitzen Dornen. Ich muss mich über einen Holzzaun bücken, um in den Brunnen zu blicken. Zwei bis drei Meter tiefer schimmert Wasser. An den inneren Mauern wächst Farn empor. Oben schließt ein rostiges Gitter den Brunnen ab, auf dem ein dicker, grüner Frosch hockt. Küssen zwecklos: Der Brunnenbewohner ist aus Plastik. Aber auch ohne Prinzen gefällt mir Hattingen mit seinen vielen kleinen Sträßchen und Gassen immer besser.
Apropos Gasse. In meinem Buch habe ich die Blankensteiner Laubergasse mit "erwähnenswerten Besonderheiten" entdeckt. Unter uns: Ich war schon mal in Blankenstein. Aber: Das ist mindestens zwölf Jahre her. Und außerdem war es nur gaaanz kurz zum Pommesessen.
Also geht's mit meiner Lektüre und dem Kollegen raus aus der Altstadt. Zugegeben: mit dem Auto. In der Laubergasse natürlich wieder zu Fuß. Vorbei am Kindergarten, am Spielplatz und Gartenzäunen, die sich aneinanderreihen. Aus Holzlatten, lang und kurz, aus grünem Draht, aus Bruchsteinen, mit oder ohne Efeu. Bis wir vor einem Fachwerkhaus stehen. Anno 1666. "Sicherlich eines der ältesten Häuser überhaupt in Blankenstein", lerne ich.
Gegenüber grüßt ein Gartenzwerg. Die Sonnenstrahlen fallen auf bunte Ostereier, die an einem Strauch hängen. Was für ein schöner erster Tag in Hattingen. Und an einer Haustür hängt ein Schild: "Willkommen".
11:44
Das meine ich mit kritischer, informeller und interessanter Berichterstattung. Gartenzwerge. Das Niveau der WAZ ist so klein dass sie mühelos darunter herwandeln kann.
10:38
Nachtrag: War das Iin Blankensteineigentlich ein
* Nanus hortorum vulgaris (gemeiner oder gewöhnlicher Gartenzwerg),
* Nanus viridarii (Lustgartenzwerg),
* Nanus pomarii (Obstgartenzwerg),
oder der
* Nanus venenus (Giftzwerg)?
10:28
Mein Gott, müssen alle neuen Frauen bei Hattinger Zeitungen zum Einstand durch die Stadt wandeln und uns darüber so prominent auf Seite 1 der Lokalberichterstattung informieren? Wir leben hier, wir wohnen hier, wir kennen das, liebe neue Kollegin! Aber, zu Ihrer Ehrenrettung: Ihr Bericht heute war schon erheblich professioneller als jener der Kollegin Anni ich halt jetzt mal die Kamera schief Lang vom Stadtspiegel im Herbst 2007.