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Winter

Vom Eis auf die Buckelpiste

06.01.2011 | 16:49 Uhr
Vom Eis auf die Buckelpiste
Etwa zwei Zentimeter tief ist das Schlagloch an der Kreuzung Bruch- und Bredenscheider Straße. Erstere ist in der Verantwortung der Stadt, die L651 (frühere B51), dagegen in der des Landesbetriebes Straßen NRW. Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool

Hattingen.Beim jetzigen Tauwetter werden die neuen Schlaglöcher sichtbar. Akut hilft die Stadt mit Kaltasphalt.

Der Schnee verschwindet von den Straßen, die Schäden werden sichtbar. Schon im vergangen Jahr hatte der eisige Winter jede Menge Schlaglöcher hinterlassen, die das eigentlich für Reparaturen vorhergesehene Budget überstiegen haben. Und diesmal scheint es noch viel schlimmer zu sein.

„Es zeigt sich, dass viele Straßen, die vorher noch in Ordnung waren, jetzt auch Schlaglöcher bekommen haben“, , erklärt Stadtspre­cherin Susanne Wegemann. „Eine seriöse Einschätzung ist aber nicht möglich. Sicher sind noch viele Schäden unter dem Schnee verborgen.“

Auch für den gesamten Sanierungsstau auf den Hattinger Straßen möchte die Stadt zurzeit keine konkreten Zahlen nennen. „Der Aufwand für neue Fahrbahndecken an allen Straßen mit Beschädigungen würde wahrscheinlich mehrere Millionen kosten“, so Wegemann. „Eine seriöse Zahl kann aber auch hier kein Experte nennen.“

Kaputte Straßen

Ein Dauerbrenner ist sicherlich die Blankensteiner Straße, die L924, also eine Landesstraße. Sie gilt als die Straße, die wohl den miserabelsten Zustand aufweist. Der Landesbetrieb Straßen NRW, der für die Instandhaltung verantwortlich ist, hat bisher nicht mit Sanierungsarbeiten, sondern eher mit Geschwindigkeits-Reduzierungen reagiert. Bereits vor dem jetzigen Winter wurde zudem auf Nachfrage der Hattinger Zeitung mitgeteilt, dass auch im Jahr 2011 kein Geld für die Sanierung vorgesehen ist.

„Wir können im Rahmen unserer beschränkten finanziellen Möglichkeiten und des ungenehmigten Haushaltes leider nicht für die Sanierung ,fremder’ Straßen aufkommen“, erklärt Susanne Wegemann. Schon im Winter 2010 hat Hattingen 570 000 Euro – und damit 220 000 Euro mehr als im Haushalt veranschlagt – für Straßensanierungen ausgegeben. „Mit diesem Geld wurden größere Instandsetzungsmaßnahmen an 23 Straßen, wie komplett neue Fahrbahndecken, durchgeführt.“

Akut wird schon jetzt ausgebessert. Wegemann: „Zwischen Schneeräumen, Streuen, Müllnachfahren und den anderen Pflichtaufgaben sind wir auch dabei, größere Schlaglöcher mit Kaltasphalt auszubessern.“

Das Schneeräumen wird in den kommenden Tagen aber erst einmal wegfallen – den vor allem am Samstag sind Temperaturen von bis zu 13 Grad Celsius angekündigt. Eine Verschnaufpause für den Winter, natürlich auch für die Bürger und den Räumdienst. Letzterer kann dabei demnächst wieder auf ein etwas besser gefülltes Salzlager an der Isenbergstraße zurückgreifen: „Wir haben eine Lieferung von 28 Tonnen bekommen und verfügen jetzt mit unserem Rest über 30 Tonnen Salz. Es wird mit anderen Streumitteln verlängert“, so Wegemann.

Den Bürgern, die falsches und schlechtes Räumen kritisieren, entgegnet die Stadt: „Im Rahmen unserer Verkehrssicherungspflicht und Möglichkeiten sind wir der Räumpflicht nachgekommen. Die Mitarbeiter sind bei der Erledigung des Winterdienstes oft bis an ihre körperlichen Grenzen gegangen, um ein Funktionieren zu gewährleisten. Streugut haben sie je nach der Gefahrenlage und Verfügbarkeit fachgerecht eingesetzt.“

Winterwetter: Jetzt droht Hochwasser

Seit dem frühen Donnerstagmorgen taut es auch in Hattingen ganz enorm. Weil am Wochenende die Temperaturen in zweistellige Höhen schnellen sollen, wird die Ruhr mit viel Schmelzwasser gefüllt – und somit droht schon bald Hochwasser. Die Stadt Bochum hat deshalb schon angekündigt, dass die Schwimmbrücke zwischen Niederwenigern und Dahlhausen vermutlich gesperrt werden muss. Und auch der Campingplatz Stolle ist auf die Evakuierung seines Geländes an der neuen Ruhrbrücke vorbereitet.

Michael Brandhoff

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Kommentare
09.01.2011
11:18
Vom Eis auf die Buckelpiste
von Loch für Loch | #18

Loch für Loch im Asphalt belegt, wie diese Stadt unter Daggis Führung jahrelang über ihre Verhältnisse gelebt hat.

Geld wurde für überflüssiges Personal (Presseamt, Bibliothek, Marketing, Kulzturdezernentin) vergeudet. Steuern für Torheiten verschwendet. Nur kaputte Straßen, die hätten dringend repariert werden müssen, wurden nicht saniert. Loch für Loch ist das jetzt zu sehen.

Warten wir mal ab, wann der ÖPNV den betrieb wegen der Nichtbefahrbarkeit der kaputten Straßen einstellen wird.

07.01.2011
21:44
Vom Eis auf die Buckelpiste
von Hier geboren | #17

#16
Mein Bürgersteig ist sauber im Gegensatz zu vielen anderen Gedankengängen.
Nomen est Omen
Gute Nacht

07.01.2011
19:14
Vom Eis auf die Buckelpiste
von dusselbiene | #16

Manches verbietet sich ganz einfach aus Respekt gegenüber einer anderen Zeit, einer anderen Situation und aus dem Wissen heraus, dass Äpfel nicht mit Birnen zu vergleichen sind.
Leider finden solche Einsichten wenig Gehör bei Menschen, die schon ein paar kaputte Straßen zum Plärren bringen, die Hunger mit Fresslust gleichsetzen und unter Armut verstehen, dass nicht der neueste LCD-Fernseher gekauft werden kann.
Das Volk könnte ja auch selber mal den Hintern hochkriegen und beispielsweise den Dreck auf den Bürgersteigen beseitigen, aber das ist ja heute alles viel zu viel verlangt, nicht wahr ?

07.01.2011
16:08
Vom Eis auf die Buckelpiste
von Hier geboren | #15

#14
Sind wir jetzt nicht mehr das Volk? Sollen wir das nur anders umschreiben? Wie krank ist das denn?
Die ganze Geschichte der DDR aufzuarbeiten wäre hier natürlich Blödsinn, aber ich weiß durch eigene Verwandte und Erfahrungen, daß sie nicht nur gelitten haben. Also bitte Kritiker12, was soll das?
Wir dürfen diesen Begriff ruhig ohne schlechtes Gewissen weiterverwenden!
So sehe ich das. :

07.01.2011
15:11
Vom Eis auf die Buckelpiste
von kritiker12 | #14

Die Menschen die wir sind das Volk waren hatten unter ganz anderen Mißständen und vor allen gewaltsamer Unterdrückung zu leiden als nur unter ein paar kaputten Straßen, somit ist die Verwendung in diesem Zusammenhang zu Recht als Mißbrauch bezeichnet.

07.01.2011
14:57
Blockierter Kommentar.
von Löchriger Verkehr | #13

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

07.01.2011
13:32
Vom Eis auf die Buckelpiste
von RT | #12

@ Märchen-Onkel......! Sie sind mit einen
fliegenden Teppich unterwegs. Rotkäppchen
läßt grüssen.

07.01.2011
10:08
Vom Eis auf die Buckelpiste
von ElmosWelt | #11

Schon nach dem letzten Winter habe ich beklagt, dass die Straßen in Hattingen nicht auf den Winter vorbereitet wurden.

In meinem Geburtsort in Landkreis OS wird jeden Herbst ordentlich Geld in die Hand genommen, um die Straßen für den Winter fit zu machen. Dort gibt es so gut wie keine Schlaglöcher. Unterm Strich kommt man dabei billiger weg.

Wer vor dem Frost nicht Risse und kleine Löcher in den Straßen repariert (nicht flickt!), der hat nach dem Winter mit größeren und wesentlich teureren Schäden zu rechnen.

Wer nichts dazu lernt, bleibt eben dumm und zahlt mehr....

07.01.2011
08:22
Vom Eis auf die Buckelpiste
von TsTsTs | #10

Armes Hattingen,
die Stadt scheint gar kein Geld mehr übrig zu haben, ihren Pflichten nachzukommen. Sei es beim Thema Verkehrssicherungspflichten (wie die Stadt sie großspurig von JEDEM Bürger vor der eigenen Haustür FORDERT) - ja es gibt Straßen, in denen diesen Winter weder Streu noch RÄUMdienst gesichtet wurden. Diese glichen bis zum Tauwetter auch Buckelpisten (nicht wg. des schlechten Zustandes, sondern wg. des bis zu 10cm dicken Eises). Oder sei es beim Thema dem Bürger für seine Steuern auch ohne schweres Offroad Gerät befahrbare Straßen bereitzustellen.
Wir steuern auf einen Verkehrskollaps zu, denn bald muß man vor JEDEM Schlagloch anhalten um nachzusehen, ob nicht vielleicht kleine Kinder DARIN spielen.
Prosit Neujahr Daggi !!!
P.S.: Darf es auch noch ein Stadttor mehr sein ???

06.01.2011
23:52
Blockierter Kommentar.
von fcsIwolf | #9

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