Viele unterschreiben – eine haftet
03.08.2010 | 17:45 Uhr 2010-08-03T17:45:00+0200
Hattingen. Die Unterschriftenordnung regelt, wer im Rathaus was unterzeichnet. Verantwortung trägt grundsätzlich die Bürgermeisterin.
Nach der Tragödie bei der Loveparade in Duisburg mit 21 Toten schieben die Beteiligten der Veranstaltung die Verantwortung hin und her. Es geht um Unterlagen und um Unterschriften. Vor allem im Rathaus. Was muss eigentlich ein Bürgermeister persönlich unterschreiben? Was übernehmen Dezernenten oder Fachbereiche? Und wer die Verantwortung?
„Eine schlanke Verwaltung, die man ja haben will, bedeutet auch, dass die Mitarbeiter Verantwortlichkeit haben“, erklärt Stadt-Sprecher Thomas Griesohn-Pflieger. Es sei auch nicht nötig, dass die Bürgermeisterin, die zurzeit im Urlaub ist, alles lese. Dafür seien die Mitarbeiter zuständig. Setzen sie ihren Namen unter das Schriftstück, haften sie aber höchstens intern, sagt Griesohn-Pflieger: „Nach außen haftet zum größten Teil die Bürgermeisterin“.
Die Unterschriftenordnung regelt, wer im Rathaus was unterzeichnet. Grundsätzlich sind die allgemeinen Zeichnungsbefugnisse auf die Sachbearbeiter übertragen, erläutert Frank Mielke, Fachbereichsleiter Personal. Aber: Bürgermeisterin und Dezernenten bestimmen individuell, unter welche Unterlagen sie persönlich ihre Unterschrift setzen. Dazu gehören sicherlich die Schriftstücke, „die herausragende Bedeutung für die Stadt haben“, sagt Mielke. Denn dabei zählen auch Repräsentations-Zwecke.
Für Unterschriften bei finanziellen Angelegenheiten gilt im Rathaus ein abgestuftes Verfahren, das sich nach verschiedenen Wertgrenzen richtet. Dabei geht es um alles, bei dem Kosten für die Stadt entstehen. Sachbearbeiter unterschreiben in der Regel bis zu einem Wert von 2500 Euro. Dezernenten derzeit alle Dinge von 30 000 bis 50 000 Euro. Entscheidungen über Beträge darüber hinaus bedürfen der politischen Beschlussfassung. Diese Grenze hat der Rat beschlossen. Für finanzielle Belange gilt außerdem: Es sind immer zwei Unterschriften notwendig.
„Für die Genehmigung von Veranstaltungen gibt es keine Doppelzeichnungs-Pflicht“, erklärt Mielke. Möchte ein Hattinger ein Straßenfest veranstalten, braucht er beispielsweise die Genehmigungen für den Getränke-Ausschank und die Straßensperrung. Die einzelnen Posten werden von den Sachbearbeitern der zuständigen Fachbereiche überprüft. „Wenn jemand Bedenken hat, ist er verpflichtet, sich an seinen Vorgesetzten zu wenden“, sagt Frank Mielke. Der Sachbearbeiter an den Abteilungsleiter, dieser an den Fachbereichsleiter. Der müsste zum Dezernenten. Letzterer zur Bürgermeisterin.
Ihr Name steht auch in jedem Brief, der aus dem Rathaus verschickt wird. Nachzulesen im Briefkopf: „Oben ist immer zuerst die Stadt, dann die Bürgermeisterin aufgeführt“, sagt Mielke. Erst unten unterschreiben städtische Mitarbeiter: im Auftrag des Stadtoberhauptes. Dezernenten unterzeichnen Anschreiben „in Vertretung“ der Bürgermeisterin. Mielke: „Sie trägt als Verwaltungschefin grundsätzlich die Verantwortung“.
23:09
#5 von HAL 9000
Namenswechsel ? So was aber auch, würden SIE doch nie machen...
11:40
@ #3
ja ja, penetrant ist kein Problem für die Zecke... und auch mit dem Namenswechsel nicht - hier Zecke, da Pfleger und so weiter. Im Tonfall aber immer derselbe: nöhlen, runtermachen, verunglimpfen. Und dabei natürlich weder an irgendeiner sachlichen Klärung interessiert, noch von inhaltlichen Argumenten beeindruckt.
Mal ganz im Ernst: Wer nichts außer diesem verbitterten Hetzerton drauf hat, wer nichts anderes kann, als aus dem Verborgenen Gift und Galle zu spucken, aber es zugleich niemals wagen würde, solche Positionen offen und öffentlich zu vertreten, der muss schon ordentlich verarmt sein an Geist und Seele.
Und damit stellt sich zum wiederholten Male die Frage, ob es wirklich richtig ist, wenn dieses Forum kontinuierlich auch den niedersten Demagogen-Trieben ihren Raum gibt...
10:47
Naja mit der Daggi sind wir nie in Gefahr gewesen, die Loveparade zu bekommen. Höchstens die Documenta.
00:10
#2
Anbetracht der Tatsache, dass diese eigentlich ganz nette Stadt, systematisch kaputt gewirtschaftet hat, kann man gar nicht genug darauf hinweisen, wer die politische Verantwortung dafür hat. Dass diese Stadt finanziell am Ende ist, liegt nicht zuletzt am Kultur-Wahn des Führungspersonals.
Da bin ich denn gern penetrant.
21:31
Müssen Sie immer die gleiche Leier runterbeten?
Mit Ihrer penetranten Art arbeiten Sie doch eher der Seite zu, die Sie bekämpfen wollen.
Merken Sie das gar nicht mehr?
20:26
So ist denn die Schuldenmeisterin auch für die Finanzmisere in Hattingen verantwortlich. Wie ihr garantiert gegelt talentfreier Talerwart.