Viel Ruhe und wenige Kollegen

Manfred Wussow
Manfred Wussow
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Manfred Wussow, ehemaliger Leiter der Realschule Grünstraße, arbeitet jetzt bei der Bezirksregierung in Arnsberg als Schulfachmann und reichert Personalverwaltung mit pädagogischen Kenntnissen an.

Hattingen..  Am Anfang hat Manfred Wussow den Schulbetrieb doch sehr vermisst. Inzwischen hat sich der 53-Jährige, der noch im alten Jahr die Leitung der Realschule Grünstraße an Jürgen Ernst übergeben hat (wir berichteten), eingelebt bei der Bezirksregierung in Arnsberg. Gesundheitliche Gründe waren ausschlaggebend für ihn, die vorherige Doppelbelastung zu reduzieren. Jetzt freut er sich, mit ganzer Kraft für etwa 1500 Lehrer und 100 Schulen tätig werden zu können in der Personalabteilung, wo es bisher keinen Schulfachmann gegeben habe.

Mit halber Stelle war Manfred Wussow seit Ende der 1990er Jahre im Fachbereich des Dezernats 42 in Arnsberg tätig. Daneben leitete er die Hattinger Realschule. Das sei sehr anstrengend gewesen, die Konzentration jetzt sei eine Entlastung. Eigentlich wollte er „nicht loslassen“. Halswirbelprobleme und eine Gürtelrose haben ihm jedoch keine Wahl gelassen.

Nach 16 Schulen und allen Schulformen konzentriert sich Manfred Wussow jetzt darauf, von Arnsberg aus etwas für Lehrer und Schüler zu tun, die Auflösung von Schulen zu begleiten, sich um Lehrer zu kümmern, die woanders eingesetzt werden müssen, mit dafür zu sorgen, dass es an Standorten, die aufgelöst werden, bis zum Ende gut läuft. Er hat die Erfahrung gemacht, dass Kollegen verstehen, wenn Versetzungen notwendig werden. Gemeinsam mit ihnen sucht er nach einvernehmlichen Lösungen, mit denen alle leben können.

Einen Teil seiner Arbeit macht Manfred Wussow in Arnsberg, einen Teil von zu Hause aus. Viel kann er von dort aus orga­nisieren und erledigen. Seinen neuen Job und die neuen Aufgaben findet er spannend. Seine Kollegen seien keine Pädagogen. Er eine Art Exot in der Abteilung. Dass er seine pädagogische Erfahrung einbringen kann bei der Personalentwicklung, gefällt ihm.

Das hat er auch zu Grünstraßen-Zeiten – die Realschule sei ja jetzt in guten Händen – schon gemacht mit einem Stellenanteil. Und oft noch am Wochenende dazu. Samstag und Sonntag gehören jetzt wieder ihm und seiner Frau, die in Wuppertal arbeitet. An einen Umzug sei nicht gedacht.

Da er jetzt auch viel daheim in Langenberg arbeitet, ist der fehlende Kollegenkontakt für ihn gewöhnungsbedürftig. Auch der geringe Geräuschpegel hat ihn am Anfang irritiert. In der Realschule sei es immer laut gewesen, ständig war etwas los – und Manfred Wussow mittendrin. Das ist jetzt anders. Auf der anderen Seite gefällt ihm die neue Herausforderung, die er am 1. November angenommen hat. Perspektiven sind ihm wichtig und Veränderungen. Schließlich liegen noch einige Arbeitsjahre vor ihm. Nur an Wohnortveränderung denkt er nicht, „das lassen wir erst mal so“.