Verwirrspiel um die Buhnen am Ruhrbogen

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Was wir bereits wissen
Nabu und BUND befürworten anders als der Initiativkreis den ursprünglichen Plan. Die Bezirksregierung klärt auf.

Hattingen..  Korrigieren möchte Isolde Füllbeck vom Nabu im EN-Kreis die Aussage von Gerd Walther vom Initiativkreis zum Erhalt des Ruhrbogens, dass der Ruhrbogen, wie er sich „von der Isenburg aus“ darbietet, „voll erhalten bleibt“. Füllbeck: „Nach unseren Informationen aus Düsseldorf entsprechen die Pläne nach wie vor dem Stand von Oktober. Offensichtlich hat Herr Walther hier etwas falsch verstanden.“ Gerd Walther hält dagegen: „Wir haben die mündliche Aussage, am Tisch saßen acht Leute.“ Er will jetzt zunächst die Gesprächsrunde am 21. April abwarten, weiß aber, dass jetzt auch „Kanu-Clubs wach werden, die um ihre Existenz fürchten“. Einer aus Bochum hätte bereits Interesse bekundet, sich an am Initiativkreis zu orientieren, so Walther. Zudem hoffe man nach wie vor auf die Denkmalschutzzusage für die Buhnen.

Die Naturschutzverbände Nabu und BUND fordern die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen im Zuge der EU-Wasserrahmenrichtlinie-Umsetzung. An der Ruhr sei ein größeres Maß an Eigendynamik erforderlich. „Damit aus ihr tatsächlich wieder ein Fließgewässer wird, müssen Buhnen und andere Hindernisse wo immer möglich entfernt oder sinnvoll umgestaltet werden“, fordert Frank Weissenberg vom BUND, Mitglied im Landesarbeitskreis Wasser. Nur so könne der natürliche Lebensraum Ruhr wiederbelebt werden. Jutta Wenzel von der Regionalstelle Ruhrgebiet des Nabu in NRW: „Die Umgestaltung des Gewässerbettes am Winzer Bogen reiht sich in ein Gesamtkonzept ein. Die Umgestaltung des Winzer Bogen stellt ein wichtiges Bindeglied dar und setzt das um, was Naturschutzverbände lange fordern.“

William Wolfgramm, Sprecher der Bezirksregierung Düsseldorf, bringt Licht in den Streit: „Ein Teil der Buhnen kommt weg, ein Teil wird verändert, ein Teil bleibt“, erklärt er die aktuelle Planung. Am Ruhrbogen selbst blieben die Buhnen optisch erhalten, würde aber hinterfahren – und würden also der Renaturierung nicht im Wege stehen. Im Laufe der Zeit würde sich allerdings Material – Schotter – zwischen den Buhnen ablagern. Das sei ein gewünschter Effekt. Genauere Planungen gibt’s am 21. April.