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Altstadtparkhaus

Vernagelt statt bürgerfreundlich

03.09.2011 | 12:00 Uhr
Vernagelt statt bürgerfreundlich
Der Aufzug im Altstadtparkhaus in Hattingen wurde aufgrund Vandalismus außer Betrieb genommen. Die Parkhausbesucher, im Bild sind Tim Hesse mit Sohn Linus (3), müssen die Treppe nehmen. Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool

Hattingen.Aufschrei für den Aufzug: Der Protest gegen die Schließung des Fahrstuhls im Altstadtparkhaus formiert sich.

Unschön. Unverständlich. Untragbar. Jung und Alt sprechen hier eine Sprache. Zeitgleich und fast wortgleich stellen die Grüne Jugend und das Senioren-Forum die Außerbetriebnahme des Aufzugs im Altstadtparkhaus an den Pranger. Der Parteinachwuchs in einer Pressemitteilung nach einer Ortsbesichtigung. Die Seniorenvertretung am Freitag mit einer Unterschriftenliste und einem Aktionsstand.

Gleichermaßen verärgert sind die beiden Organisationen über die Benachteiligung alter und gehbehinderter Menschen. Gleichmaßen verstört über den Hintergrund. „Wir dürfen nicht vor dem Vandalismus kapitulieren“, fordern Junge und Alte.

Genau das aber scheint die Stadt zu tun, seit sie den Fahrstuhl im einzigen Innenstadt-Parkhaus der Kommune vor elf Monaten außer Betrieb nahm und die Türen verbarrikadierte. Der Grund: wiederholte und intensive Vandalismusschäden sowohl in der Aufzugskabine als auch an den Etagentüren. Die Schäden waren so stark, dass der Aufzug zuletzt mehrere Wochen im Jahr nicht genutzt werden konnte. Wobei die Täter meist nachts zuschlugen. Tagsüber wird das Gebäude bewacht.

Im Juli hatte die Politik das Thema noch einmal auf der Tagesordnung. Ergebnis: Der Fahrstuhl bleibt dicht. Weil das Treppenhaus, in dem der Aufzug eingebaut ist, als Fluchtweg nachts nicht verschlossen werden darf, könne man den Betrieb nicht tagsüber sicherstellen und nachts unterbinden, so das Argument der Bauverwaltung. Auch eine nächtliche Stromlosschaltung sei nicht praktikabel, weil sich die Türen dann ja weiterhin gewaltsam öffnen ließen und sogar Absturzgefahr bestehe.

Gegen einen Absturz der Bürgerfreundlichkeit ziehen nun Senioren-Forum und Grüne Jugend zu Felde. Hattingern und Besuchern sei es nicht zuzumuten, sich mit Rollatoren, Gehstöcken oder Kinderwagen durchs enge Treppenhaus zu quälen, schimpft das Senioren-Forum. Gerade der benachteiligte Teil der Bevölkerung werde bestraft, weil die Stadt vor dem Vandalismus kapituliere.

So sieht es auch die Grüne Jugend. Sie hat bei einer Ortsbesichtigung die Empörung der Parkhausbenutzer wahrgenommen, ruft die Stadt zum Handeln auf und macht Lösungsvorschläge: verschließbare Gitter vor dem Aufzug oder Videoüberwachung. Zudem müsse man den Gründen für Vandalismus nachspüren. Stichwort: Jugendarbeit.

Im Rathaus ist der Parkhausärger offensichtlich angekommen. „Wir warten auf das Angebot einer Sicherheitsfirma“, so Stadtsprecher Thomas Griesohn-Pflieger. Dann würden die Kosten für Videokameras oder Sicherheitsdienste geprüft. Auch die stundenweise Kontrolle mit eigenen Leuten sei im Gespräch.

Ulrich Laibacher

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Kommentare
05.09.2011
14:47
Vernagelt statt bürgerfreundlich
von HatBuerger | #7

Die Verwaltung sieht einen „Tagesbetrieb“ als nicht praktikabel an. Das Altstadt-Parkhaus in der Augustastraße hat über 300 Stellplätze. Diese werden von Auswärtigen, wie Hattingern genutzt. Von Menschen die Geld für Einkäufe in der Stadt lassen, dann mit vollen Taschen sich die Treppen rauf schleppen, um ihr Fahrzeug zu erreichen. Da sind aber auch körperlich eingeschränkte Menschen, Seniorinnen und Senioren, die sich über der verbarrikadierten Aufzüge ständig ärgern.

Die verrammelten Aufzugtüren sind ein fatales „Aushängeschild“ für Besucher unserer Stadt.

Vandalismus ist Ausdruck von Dummheit und Feigheit, Vandalismus ist teuer. Warum die Stadtverwaltung in die Knie vor Randalierern? Wo bleibt die Kreativität, wo bleibt der Mut? Nein, man gibt sich scheinbar machtlos der Dekadenz gegenüber, die auch in unserer Stadt voranschreitet.

Aber wir dürfen doch den öffentlichen Raum nicht den Vandalen überlassen!

04.09.2011
23:30
Vernagelt statt bürgerfreundlich
von Nie_wieder | #6

Jooo...Gute Idee!!!!! Dolettantingen ade....

04.09.2011
18:01
Vernagelt statt bürgerfreundlich
von Finnole | #5

@Nie_wieder: Wie wäre es dann mit einem Umzug nach Oberhausen?!

04.09.2011
00:09
Vernagelt statt bürgerfreundlich
von Nie_wieder | #4

Würde keiner mehr in dieser Bruchbude parken, der Betreiber keine Einnahmen mehr haben - es würde sich was ändern.

Selbst schuld, wenn`s klemt.

Kleiner Tipp: In Oberhausen im Centgr= gibt`s Parkplätze umsonst und Einkaufsmöglichkeiten, davon träumt der einfache Hattinger.

ASch ja: Und nach dem Shopping noch ins Kino, oder in ein Restaurant oder....Altstadt: ade.

03.09.2011
23:01
Vernagelt statt bürgerfreundlich
von bochum99 | #3

Nur noch Abzocke in Hattingen, werde in Zukunft einen großen Bogen um diese Stadt mit dieser unmöglichen Bürgermeisterin machen

03.09.2011
16:19
Vernagelt statt bürgerfreundlich
von sullivan | #2

Solang es die Gesellschaft zulässt, dass eine kleine Minderheit unten (Randalierer) einer kleinen Minderheit oben (Volksvertreter) auf der Nase herumtanzt, wird sich da auch nicht viel ändern.
Der Hinweis, dass man da baulich zur Sicherung der Hütte nichts machen kann, ist dreist erstunken und erlogen.Und nach der Ursache für Vandalismus sucht und forscht die Menschheit seit schätzungsweise 200.000 Jahren...

03.09.2011
14:26
Vernagelt statt bürgerfreundlich
von elephant | #1

Für so eine Bruchbude werden auch noch Parkgebühren genommen !

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