VER und Bogestra sprechen über Fusion

Die orangenen Busse der VER könnten bald verschwinden. Eine Alternative könnte Bogestra-Rot
Die orangenen Busse der VER könnten bald verschwinden. Eine Alternative könnte Bogestra-Rot
Foto: WAZ
Der Ennepe-Ruhr-Kreis muss den Öffentlichen Personennahverkehr neu vergeben. Die Suche nach einer wirtschaftlichen Lösung sollte 2016 abgeschlossen sein, damit die Umsetzung 2019 klappt.

Hattingen..  Von den Straßen nicht mehr wegzudenken sind die orange-cremefarbenen Busse der VER. Generationen von Schülern fuhren mit ihnen zum Unterricht, für viele Ältere steht der Name für VER-Bindung von A nach B. Möglicherweise ist schon in wenigen Jahren Schluss damit und die rot-weißen Busse der Bogestra bedienen alle Linien im Südkreis. Grund: Die gesamte Vergabe des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Ennepe-Ruhr-Kreis steht auf dem Prüfstand.

Hintergrund sind Bestimmungen, die bei der Neuvergabe von ÖPNV-Leistungen ein wettbewerbliches Vergabeverfahren unter Beteiligung privater Anbieter oder eine Direktvergabe an einen internen Betreiber beziehungsweise an ein benachbartes kommunales Verkehrsunternehmen zwingend vorschreiben. Die geltenden Verträge für den ÖPNV im EN-Kreis laufen im Jahr 2019 aus. Wie es danach weitergehen soll, ist offen. Der Kreistag hat aber schon eine Richtungsentscheidung gefällt. Der ÖPNV im EN-Kreis soll auch künftig von einem kommunalen Unternehmen durchgeführt werden.

Private könnten die Linien möglicherweise zwar günstiger bedienen, hieß es. Doch die zu erwartende Ersparnis stünde in keinem Verhältnis zu den Nachteilen. Nicht mehr möglich ist dann beispielsweise die Querfinanzierung durch die AVU.

Was aus Sicht der Politik auch dagegen spricht: Kunden- und Qualitätsmanagement, Marketing sowie die technische Bereitstellung und die Unterhaltung von Haltestellen müssten bei Privaten ständig kontrolliert werden. Daher soll es bei einem kommunalen Unternehmen bleiben, hatte der Kreistag beschlossen. Und auch dies: Ziel müsse es sein, „den ÖPNV im Kreisgebiet auf mittlere Sicht wirtschaftlich und zukunftsfähig zu gestalten“.

Spätestens da kam für den EN-Kreis die Bogestra ins Spiel. Weil sie ein größeres und in vielen Bereichen effektiveres Verkehrsunternehmen ist. Weil sie im Nordkreis bereits Teile des ÖPNV bedient. Und nicht zuletzt weil sie sich dadurch einen Ruf als verlässlicher Partner der Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr erworben hat, wie es hieß. Die Bogestra hat bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Nun ist zu klären, mit welchem Geschäftsmodell das Ziel am besten zu erreichen ist. Im Gespräch ist eine Fusion oder Kooperation. Bei einer Fusion würde die VER aufgelöst und in der Bogestra aufgehen. Bei einer Kooperation könnte die Bogestra Hauptgesellschafter der VER werden. Denkbar sind aber auch Lösungen dazwischen. Bis 2016 muss die Entscheidung fallen, damit die Umsetzung 2019 klappt.