Van Dinther kann wieder lachen
30.12.2011 | 17:35 Uhr 2011-12-30T17:35:00+0100
Hattingen. Die frühere Landtagspräsidentin hat „das schwierige 2010“ hinter sich gelassen – jetzt konzentriert sie sich auf Integration.
Politiker wissen genau, was sie wann sagen (wollen). Und so beginnt Regina van Dinther das Gespräch mit diesem Satz: „Ich kann wieder lachen.“ Und das nicht nur wegen des neun Monate alten Airedale-Terriers Dijon, dem jüngsten Familienmitglied, der gerade um die Tafel neben dem Weihnachtsbaum tobt. Nein, die 53-Jährige hat, wie sie selbst sagt, „das schwierige Jahr 2010“ hinter sich gelassen.
Schlagzeilen wegen ihrer Tätigkeit im RAG-Regionalbeirat und angeblich nicht bezahlter Mitgliedsbeiträge an ihre CDU, die Abwahl der schwarz-gelben Landesregierung, der verpasste Wiedereinzug als Abgeordnete über die Landesliste und der damit verbundene Abschied aus dem Amt der Landtagspräsidentin – politisch lief es alles andere als gut. Doch die härtesten Schicksalsschläge trafen die Winz-Baakerin im Privaten: Ihre Zwillingsschwester verstarb Ende 2010 plötzlich, ihr Ehemann ist schwer erkrankt.
Neun Monate war sie nicht im Parlament. Sie hatte auf einmal Zeit, was für die Familie ganz wichtig gewesen ist. Sie hatte aber auch mal Zeit, um über alles nachzudenken. „Ich habe mir gesagt: Weg mit den schlechten Gedanken, mit allem, was war, jetzt musst du nach vorne schauen.“
Seit dem 1. März 2011 sitzt sie als Nachfolgerin für den ausgeschiedenen Andreas Krautscheid wieder im Landtag. Sie sitzt im Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales, das ist einer der arbeitsintensivsten, und kümmert sich leidenschaftlich um Integrationsthemen. Zurzeit arbeitet Regina van Dinther zum Beispiel eng mit Minister Guntram Schneider (SPD) am Integrationsgesetz.
Ihre Zeit als Landtagspräsidentin habe ihr bei diesem Thema sicher viel geholfen, noch wichtiger sei aber die Zeit in Hattingen gewesen: „Früher gab es kein türkisches Kind in Winz-Baak, das nicht bei uns zu Gast war.“
Heute klappt das nicht mehr so, weil Regina van Dinther immer noch viel unterwegs ist. „Ich habe aber jetzt die Freiheit, dass ich nicht mehr alles muss“, sagt sie. „Und das, was ich will, mache ich mit viel Begeisterung. In der restlichen Zeit rückt die Familie mehr und mehr in den Mittelpunkt.“ Ihren Kindern habe sie einmal versprochen, dass sie im Alter für sie da sein wird.
Dennoch sieht sie sich in einem guten Alter für ihren Hauptjob. „Um Politik zu machen, braucht man Erfahrung“, sagt sie. „Das reale Leben kennen – die Jugend, das Ehrenamt, die Menschen.“ Gerade in einer Zeit, in der man mehr erklären müsse. „Erklären, erklären, erklären“, unterstreicht sie. „Und ich denke, dass ich eine Sprache habe, die viele verstehen.“ Über die Weihnachtstage habe sie wieder „die Bude voller junger Menschen“ gehabt. „Azubis, Studenten, da sehe ich die Realität. Und da sehe ich, dass mancher Fehler im System steckt – ich arbeite daran, diese zu beseitigen.“
23:22
Wenn eine Tageszeitung unter dem Thema "Was macht eigentlich?" eine alte Filtertüte noch einmal in den Kaffeefilter hängt, um Erinnerungen wachzurufen, dann ist es gutes journalistisches Recht. Allerdings sollte der mit dem Thema befasste Journalist die lange Zeit zwischen dem ersten Aufguss und dem erneuten nutzen, um noch einen Löffel nachzulegen. Dann hätter er nämlich im Zuge erneuter Recherchen evtl. Antworten erhalten, ob das mit den Mitgliedbeiträgen alles so stimmt und wenn ja, wie sie diese angeblich nicht gezahlten Beiträge sonst verwandt haben könnte. Er hätte erstaunliches erfahren. Er hätte auch viel mehr über ihr Engagement erfahren, von dem andere Politiker in Bund und Land weit entfernt sind. Dabei wäre ihm bewusst geworden, dass Regina van Dinther nicht schwadroniert und sich publikumswirksam in Szene stellt, sondern dass sie anpackt. Stattdessen drängt sich mir beim Lesen dieses Presseberichtes das Gefühl auf, dass man noch einmal richtig in der sattsam bekannten Soße rühren möchte, um einige Zeilen zu füllen. Es gibt sicher Menschen, die van Dinther nicht mögen (wenn man nur geliebt, wird macht man sich verdächtig), aber auch andere, die von ihr viel Hilfe erfahren haben. Ihr Engagement in der Integrationsarbeit ist nur ein winziges Mosaiksteinchen aus dem Gesamtbild ihrer sozialen Tätigkeiten.
16:46
In großer Aufmachung erzählen Sie vom "guten Menschen" von Winz-Baak; dabei sollten dessen Skandale aber nicht schönfärberisch umschrieben werden: "Schlagzeilen wegen ihrer Tätigkeit im RAG-Regionalbeirat und angeblich nicht bezahlter Mitgliedsbeiträge für die CDU"! In meiner Erinnerung hat sie für 5 Sitzungen in 2008/09 insgesamt 60.000 € kassiert, hat aber CDU-Mitgliedsbeiträge von 2003 bis 2009 nicht gezahlt und wollte dann auch nicht den Mindestbeitrag für Rentner, Schüler, Studenten und Arbeitslose von 60 € entrichten. Natürlich kann sie in Winz-Baak Gutes tun und andere darüber reden lassen, für öffentliche Ämter hat sie sich meiner Meinung nach disqualifiziert.
Das ist ja das allerbeste , der (die ) irgendwo einen Pfandbon nicht ordnungsgemäß abrechnet oder ein Brötchen o. a. an verfehlungen sich leistet wird fristlos entlassen !
Unsere Politiker Kaste , hat man den Eindruck , vergangen , vergessen und nach gewisser zeit wieder **** . Der kleine Malocher ist für alle Zeit gezeichnet .
Tolle Demokratie , leider kein einzellfall !!