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Ärzte in Indien

Urlaub am OP-Tisch

22.02.2010 | 16:19 Uhr

Ärzte und Pfleger sind nach Indien geflogen, um dort ehrenamtlich Kinder zu operieren. Es ist der sechste Einsatz in Jalna.

Zehn engagierte Ärztinnen, Ärzte und Pfleger, dazu ein Dutzend Metallkisten mit einem Gesamtgewicht von rund 600 Kilo haben sich auf den Weg gemacht: ins indische Jalna. Im dortigen Missions-Hospital wollen die Mediziner im sechsten Jahr hintereinander mit ehrenamtlichen Einsatz an zehn OP-Tagen rund 130 Operationen, vorwiegend an Kindern, durchführen.

Leiter des Einsatzes ist der Wittener Dr. Gerhard K. Schlosser, Chefarzt der Anästhesiologie und Intensivmedizin am Evangelischen Krankenhaus in Hattingen. Es ist inzwischen schon sein 21. Einsatz. Die Mitstreiter sind ein echtes Ruhrgebiets-Team: Die Ärzte und Pfleger aus Hattingen, Bochum, Witten und Herne werden bis zum 6. März in Jalna kostenlos operieren. Dr. Jihan Mohasseb, Chefärztin für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie am Evangelischen Krankenhaus Hattingen (EvK), hat selbst zwei Kinder und ist immer wieder begeistert von der Freundlichkeit der Menschen dort.

Jalna liegt zentral in Indien. Die Helfer operieren dort täglich oft mehr als zwölf Stunden. Sie leisten dabei aber auch Hilfe zu Selbsthilfe, geben Wissen und Techniken weiter – und sie unterstützen das kleine lokale Krankenhaus mit Medikamenten und Verbandsmaterial. Dieses Material schlägt mit rund 20 000 Euro zu Buche. Das ist aber nach Ansicht aller nichts gegen die Freude, etwa 120 Kindern mit einer Operation ein normales, menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.

Im Hilfsteam ergänzen sich Schlosser und sein Bochumer Anästhesistenkollege Detlef Cramer (Augusta), die Plastischen Chirurgen Dr. Perikles Kolokythas (Hamburg) und Dr. Savas Uckunkaya (Köln), die OP-Pfleger Jörg Mrugalla (Hamburg) und Rouven Falk (EvK) sowie die Anästhesieschwester Alexandra Narandzik (Augusta) und ihr Herner Kollege Thorsten Larisch (Marienhospital).

Ihr chirurgisches Können stellen Dr. Mohasseb, Chefärztin der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (MKG) am EvK Hattingen und ihre Mitarbeiterin Martha Przybylla in den Dienst der guten Sache.

Seit 2007 hat der Rotary-Club in Hattingen die Finanzierung des Projektes Jalna übernommen. Eine „Ehe”, die auch auch längerfristig halten wird. Dr. Schlosser verweist in diesem Zusammenhang besonders auf das Engagement der Ärzte und Pfleger, die – wie immer – 14 Tage ihres Jahresurlaubs opfern. Einen Bonus aber gibt es auch von den Arbeitgebern: Ulrich Froese, Vorstand der Evangelischen Stiftung Augusta und Geschäftsführer von EvK und Augusta, unterstützt das Engagement seiner Mitarbeiter.

DerWesten

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