Über die Besitzer und Bewohner

Hattingen..  Das Gebäude am Haldenplatz 1 hatte bereits einige Besitzer und Bewohner. Die Inschrift weist Wilhelm Elling als Erbauer aus. Über seinen Beruf kann nur spekuliert werden. „Der Bauherr wird aber kein armer Mann gewesen sein, denn es wurden Kernbretter verbaut, also die breitesten Bretter, die aus einem Stamm gewonnen werden können und entsprechend teuer sind“, überlegt Lars Friedrich, Vorsitzender des Heimatvereins.

Im Jahr 1766 wird der Gärtner Johann Diederich Schulte als Eigentümer aufgeführt. Ein Tuchmacher arbeitete 1808 an einem Webstuhl im Haus. Als letzter Tuchmacher verkaufte Franz Sindern das Bügeleisenhaus 1856 an den jüdischen Metzger Salomon Schmidt, der es seiner Tochter vererbte – die Mutter von Selma Abraham. An die letzte jüdische Eigentümerin, die 1941 deportiert wurde, erinnert der Stolperstein vor dem Haus. Zu dieser Zeit wurde das Gebäude als Mietshaus für bis zu sieben Familien genutzt.

Nach dem Krieg wurde das Haus von der Jewish Trust Corporation verwaltet, bis es der Heimatverein kaufte und 1962 als Heimathaus für Ostflüchtlinge eröffnete. Dann wurde es zum Teil als Museum genutzt. Aber es gab auch Mieter. Der wohl bekannteste: Heimatdichter Otto Wohlgemuth, der vor 50 Jahren im Bügeleisenhaus starb. 2008 zog der letzte Mieter aus.