Über 50 Prozent

Grundsteuer B: Der Äußerung von Herrn Kaschel, dem Kämmerer der Stadt Sprockhövel, „in umliegenden Städten ist die Erhöhung der Grundsteuer B um einiges höher ausgefallen als bei uns“, ist energisch zu wider­sprechen. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Die Erhöhung des Hebesatzes von 462 auf 730 Prozent für Sprockhövel macht immerhin 58 Prozent aus. Nur zwei Kommunen der insgesamt 396 Städte in ganz NRW weisen eine noch höhere Steigerung auf (vgl. www.steuerzahler-nrw.de). Selbst wenn man 30 Prozent als Straßenreinigungsgebühr in Abzug bringt, ergibt sich immer noch eine Steigerung von über 50 Prozent. Obwohl die umliegenden Städte höhere Schulden haben als Sprockhövel, hat keine der Nachbarstädte einen höheren Hebesatz bei der Grundsteuer B als Sprockhövel, geschweige denn eine höhere Steigerung des Hebesatzes. Die Steigerungssätze betragen z. B. bei Hattingen 22 Prozent von 540 % in 2014 auf 660 Prozent in 2015, bei Ennepetal 10 % von 460 in 2014 auf 470 Prozent in 2015. Unverändert bleiben die Hebesätze für die Grundsteuer B im Jahr 2015 für Gevelsberg, Velbert, Wetter und Wuppertal. Bei allem Verständnis für die offensichtlich wirtschaftliche Notlage der Stadt Sprockhövel fragt man sich, wie andere Gemeinden mit höheren Schulden als Sprockhövel ohne eine derartig drastische und die Bürger belastende Erhöhung der Grundsteuer B ihren Haushalt darstellen können.