Turnier mit viel Toleranz

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Was wir bereits wissen
Bei der Stadtmeisterschaft im Boule gehen die Teams freundlich miteinander um. Team vom Campingplatz Isenbergstraße sichert sich den Titel.

Hattingen..  Es ist still am Winzermarkplatz. Die Blicke richten sich auf ein paar Kugeln, die auf dem Boden liegen. Die nächste fliegt dazu, drängt eine andere aus dem Weg. Am Samstag fand in Niederbonsfeld die sechste Stadtmeisterschaft im Boule statt.

Der Wettkampf in der Sportart, die ihre Ursprünge in Frankreich hat, ist ein ganz anderer als etwa in Mannschaftssportarten wie Handball, Fußball, Karate. Die Konkurrenz besteht zwar, aber die Atmosphäre ist sehr locker. Wenn etwas nicht auf Anhieb gelingt, kommt zwar Ärger auf, der aber schnell wieder abebbt. „Es ist sehr entspannt, die Leute nehmen sich zusammen. Emotionen werden selten herausgelassen, weil ihnen selbst die Atmosphäre wichtig ist“, schätzt Manfred Berger die Situation ein. Er gehörte zum Ausrichterteam vom Kick.

Neun Teams spielten zunächst in drei Gruppen. Immer weiter ging’s dann bis zur kleinen Überraschung: Die Boule-Spieler vom Campingplatz an der Isenbergstraße sicherten sich den Stadtmeistertitel, obwohl sie zum ersten Mal antraten. In der Vorrunde schalteten Gerd Lümmer, Heiner Ziegler und Günter Siegeler den Favoriten „Nikolaus-Groß-Straße“ aus und besiegten im Finale die gut aufspielenden Welperaner mit 13:7.

Das Besondere beim Boule ist, dass die Verlierer den Sieg der Gegner schätzen. „Wenn der Gegner besser ist, dann erkannt man es an“, sagt Ingeborg Preuß, die zusammen mit ihrem Mann Albert und mit Gerd Zimmermann als Team Welper auf Platz zwei landete. „Man muss in Kauf nehmen, dass man verlieren kann. Es macht ja trotzdem Spaß“, pflichtet Albert Preuß ihr bei.

Auch die anderen Teilnehmer nehmen das Turnier nicht zu ernst. „Der Ehrgeiz ist schon da“, meint Gerd Walther von der AGW Winzermark. Doch er und sein Team stellten einige Defizite fest, die ein Weiterkommen verhinderten. Walther wünscht sich, dass es durch das steigende Interesse am Boule demnächst ein Turnier mit mehreren Mannschaften gibt. Auf jeden Fall wird im September vom Kick ein zusätzliches Herbstturnier ausgerichtet.

Mit dabei sein wird dann auch wieder die Mannschaft „Voßnacke“ mit Gilbert Kiesel. Er bringt Erfahrung von Deutschen Meisterschaften mit. Ende der 1980er-Jahre war er in Essen dabei, was ihm für ein kleines Turnier hilft: „Es ist wertvoll, wenn man weiß, was bei einer bestimmten Kugelstellung passieren kann. Ich kann dann taktischer vorgehen.“ Dann konzen-triert er sich wieder aufs Spiel, geht in die Knie und wirft die Kugel im Bogen nah an die Zielkugel.