Sahra Wagenknecht in...
Tumult und Beleidigungen
20.09.2009 | 17:13 Uhr 2009-09-20T17:13:00+0200Beim Auftritt von Sahra Wagenknecht (Die Linke) im Gymnasium Waldstraße prallten die Fronten aufeinander.
Die Junge Union ist in Aufregung. Die Mauer ist noch nicht da. Und jeden Moment könnte Sahra Wagenknecht eintreffen. Wer das nur organisiert hat, fragt jemand. Die Demonstranten schieben das Problem nach hinten. Jetzt ist Geschlossenheit wichtig.
Junge Union und Junge Liberale stehen auf dem Schulhof. Sie fangen jeden Gast ab, der die Veranstaltung mit der Linkspolitikerin besuchen will. „Jeder Extremist ist Mist“, steht auf den Handzetteln.
Die Polizei beobachtet das Treiben aufmerksam. Die Veranstaltung, zu der die Linkspartei eingeladen hatte, sorgte schließlich schon im Vorfeld für Unruhe. JU und JuLis forderten das Verbot der Veranstaltung. Ratsherr Bernd Zielmann (Die Linke) beschimpfte die Kritiker als „von der Leine gelassenen Jungmob“.
Lars Lubisch (JU) sucht das Gespräch und gerät dabei mit Jakobus Fröhlich (MLPD) aneinander. Lubisch kritisiert Wagenknecht für ihre Nähe zum DDR-System. Das hält Fröhlich nicht grundsätzlich für kritikwürdig: „Die DDR war richtig nach dem Krieg. Im Grunde ist sie eine Sozialdemokratie gewesen.“
Dann kommt endlich die Mauer. Das heiß erwartete Stück ist in Wirklichkeit nur ein Transparent. Es zeigt zwei Meter der Berliner Mauer.
Wagenknecht bekommt das Plakat nicht zu sehen. Sie ist bereits in der Aula. Sie habe den anderen Eingang genommen, sagen die Veranstalter. „Sie musste noch aufs Klo.“
Die Diskussion geht draußen weiter. Die Demonstranten formieren sich und brüllen im Chor: „Nie wieder SED.“ Der linke Karl-Heinz-Tillert hält gestikulierend dagegen: „Eure Parteivorsitzende war doch jahrelang selbst SED-Funktionärin“, schießt er gegen Merkel.
Der Chor wechselt zu „Wir sind das Volk.“ Die Demonstranten wollen in die Aula. Sie platzen in die Begrüßungsworte der 40-jährigen ehemaligen Europaparlamentarierin, die vor gut 80 Zuhörern steht. Die Linke reagiert, indem sie zunächst die Tür verrammelt. Jemand steht auf und fordert: „Meinungsfreiheit für alle.“
Der Ortsvereinsvorsitzende Christian Preuß stürmt nach hinten und nimmt den Mann mit zwei anderen in die Zange. „Ich will diese Leute nicht hier haben“, raunzt Preuß, der auch Versammlungsleiter ist. Der Kritiker wird mit festem Griff nach draußen befördert. Jemand schlägt nach der Kamera. Die Linken streiten jetzt untereinander.
Im Saal bricht ein Tumult aus. Stefan Kietz-Borgwardt (Ratsherr der Grünen) steht auf und ruft etwas von Rosa Luxemburg und „Freiheit der Andersdenkenden“. Was er genau sagt, geht in den Diskussionen unter. Kietz-Borgwardt und andere Gäste verlassen aus Protest den Saal. Es folgen Beleidigungen wie Vollidiot trifft Kapitalistenschwein.
Sahra Wagenknechts Vortrag gerät fast zur Nebensache. Die gebürtige Berlinerin geht nur kurz auf die Kritiker ein. „Wir haben die besseren Argumente.“ Sie spricht von der „Agenda-2010-Mafia“, erntet Applaus für das „Sozialverbrechen Hartz IV“ und wettert gegen das „Diktat der Rendite“. Auf eine kritische Nachfrage entgegnet sie: „Ich will nicht die DDR wiederhaben.“
Bei der Diskussion kommen auch Kritiker zu Wort. Frauen werden bevorzugt drangenommen. Es meldet sich nur keine. Als sich dann doch zwei melden, lässt Preuß alle anwesenden Frauen abstimmen, ob nicht zwei Männer, die sich schon länger gemeldet hatten, ausnahmsweise vorrücken dürfen. Der Antrag scheitert.
Um 20.40 Uhr ist plötzlich Schluss. Sahra Wagenknecht muss weg. Sie nimmt wieder den Hinterausgang.
20:33
Wow! Die Kommentierung zeigt! An der richtigen Stelle angesetzt, weiter so!
02:36
CDU und FDP = Harmonie.
Na, Super.
Kann man sich das in den Hintern schieben ?
Nicht mal dafür reichts.
19:38
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19:40
Ich halte das Verhalten der JU und der JuLi für beschämend, denn komischerweise machen diese bei Veranstaltungen von Neonazis nicht so ein tamtam.
Des weiteren: Die Grenze zwischen beiden Staaten und damit auch die vielgescholtene Mauer existiert noch; in den Köpfen.
Ausserdem war sie eine logische Schlußfolgerung aus dem 3.Reich.
Und wer holte die ganzen NSDAP-, Gestapo- & SS-Leute wieder aus der Versenkung? CDU!
19:07
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16:33
Liberale als Extremisten und Kommunisten als Demokraten zu verkaufen ist die übliche DDR-, Nordkorea- etc.-Masche. Dass sich Leute aber auch immer an Begriffe ranschmeissen müssen, die sie nicht begreifen. Irgendein Linker fängt an zu schreien DIe Neoliberalen sind grausame Monster! und alles rennt diesem Unfug hinterher. Schon mal vom sozialliberalen Flügel gehört? Schon mal auf die Jahrzehnte der FDP-Regierungsbeteiligung in Bund und Ländern geschaut? Leben wir heute in einem eiskalten Staat? Nein. Auch wenn der eine oder andere jetzt wieder schreien mag, dass sein Hartz IV-Geld menschenunwürdig sei, weil er sich nur das 5GB-Handy und nicht das 8GB-Teil leisten kann (wahre Begebenheit, letztens in der Bahn). Ich empfehle all jenen Anarchisten, Stalinisten, Leninisten, Kommunisten und wie sich all jene nennen mögen (einen Relativsatz an dieser Stelle spare ich mir): Bitte nach Nordkorea auswandern und den Geist eines Systems, wie Sie es anstreben, tief einatmen.
14:52
haha gerade die Julis haben es nötig...Liebe verblendete Westerwave-Jünger: „Jeder Extremist ist Mist“. Ganz genau, das gilt vor allem für die extremistischen Neoliberalen, die weltweit grandios gescheitert sind und Volkswirtschaften in den Abgrund geführt haben. Daher: Keine Macht den extemistischen Neoliberalen.
14:16
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22:07
Hier zeigt die Linkspartei ihr wahres Gesicht, dass einer totalitären stalinistischen Partei! Sie muss bekämpft werden! Mit den Mitteln der FDGO versteht sich! Nein zur NPD! Genauso entschlossen Nein! zur Linkspartei! Aus ähnlichen, aber gleichsam guten Gründen!
18:00
Lasalle:alter Kommunisten-Vasall:
Man kann es so sehen, wie Du, GenosseRotfront. Die Zahl der politischen Amokläufee verrückt die Linke tatsächlich zu einer neurotischen Selbsterfahrungsgruppe. Zugegeben: Auch Du gehörst zu diesen Psychos und es wäre schon besser, die Linke würde vor der Aufnahme einen gründlichen Geusndheitscheck machen. . Das nämlich spart im Nachhinein teure Imagekampagnen und intern jede Menge Therapie-Kosten!