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Traumjob in der Autowerkstatt

28.09.2012 | 18:10 Uhr
Traumjob in der Autowerkstatt
Amos Sohst beim Reifenmontieren. Bernhard Lünnemann, Heinz Follrichs und Elisabeth Timmermann sehen zu.Foto: Hanusch

Amos Sohst freut sich, dass er im Autohaus Lünnemann in Niederwenigern Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker machen kann. Seine Einstiegsqualifizierung dazu hat gerade begonnen

„Magere Erfolge für Paten“ war die letzte Schlagzeile vor den Ferien, als die Helfergruppe für Schülerinnen und Schüler auf der Suche nach Praktikum, Ausbildung und Beruf sich von der Hauptschule verabschiedete. So hatte Manfred Laser den Gesamterfolg für die Paten umrissen. Doch in der Summe stecken immer auch individuelle Ergebnisse. Und da haben die Paten und ein Hauptschüler einen dicken Fisch an Land gezogen – in Form einer Lehrstelle.

Chance nach dem Praktikum

Ganz hat sie Amos Sohst noch nicht im Radkasten. Doch er müsste schon silberne Löffel stehlen, wenn jetzt noch etwas schiefgeht bei VW Lünnemann, ist Heinz Follrichs überzeugt, der sich mit Elisabeth Timmermann um den jungen Mann kümmert. Sein Arbeitgeber ist zufrieden mit dem 16-Jährigen. Bernhard Lünnemann legt auf Pünktlichkeit größten Wert und hat sich auch schon mal von jemandem getrennt, der damit nichts am Hut hatte. Amos Sohst kommt immer ein paar Minuten zu spät. Doch das ist abgesprochen, weil er sonst einen viel früheren Bus nehmen müsste. „Dafür bleibt er auch abends länger“, sagt der Chef wohlwollend.

Der junge Mann, der gerade in der Werkstatt Reifen wechselt, hat schon immer gern an Fahrrädern geschraubt und ist überglücklich. Es sei nicht leicht, als Hauptschüler eine Ausbildung zu bekommen. Und er hat als angehender KFZ-Mechatroniker einen Ausbildungsplatz, der immer noch auf der Hitliste der beliebtesten Berufe steht.

Das Vorbereitungsjahr wird ein Jahr lang gefördert als Vorstufe zur Lehre. Amos Mutter, die fünf Kinder hat, hat sich bedankt für das Engagement der Paten.

Bernhard Lünnemann beschäftigt insgesamt fünf Auszubildende. Es waren auch mal sechs. Dieses Jahr wollte er nur einen Lehrling einstellen. Diesem hatte er schon zugesagt. Amos hatte gute Zeugnisnoten, hat drei Wochen Praktikum am Stück gemacht und auch danach regelmäßig mitgearbeitet. Auch er sollte seine Chance erhalten, weshalb es jetzt zwei neue Lehrlinge gibt.

Hauptschüler, Realschüler, Gymnasiasten: Bernhard Lünnemann hat schon querbeet Jungen – und auch Mädchen – mit unterschiedlichen Schulabschlüssen eingestellt. Wer bei der Arbeit Gas gibt, sich nicht dumm anstellt, sich nicht scheut, die Hände schmutzig zu machen, bekommt eine Chance. Schon viele gute Leute hat er nach der Lehre aber verloren. Viele an die Feuerwehr. Oder als Gutachter beim TÜV. „Amos hat gut gearbeitet“, sagt er über seinen neuesten Fast-schon-Azubi. Da er gerade angeheuert hat, wird er ihm noch länger erhalten bleiben.

Brigitte Ulitschka



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