Transkulturelle Kunst
24.06.2009 | 18:21 Uhr 2009-06-24T18:21:00+0200Farbe klebt an den Kitteln. Leinwände liegen auf dem Boden. Im Atelier des Stadtmuseums beschäftigen sich Schüler der Grundschule Alt-Blankenstein mit den Motiven des Künstlers James Larsen. Der hatte bis Mai seine Kunst im Museum ausgestellt.
Die Klasse 4b malt immer zu zweit. Die Schüler mischen Farben und bringen sie auf die Leinwand. Immer wieder tauchen Motive von Larsens Kunst auf. Denn zuvor haben sie sich Anregung geholt. Aus Bildbänden von Städten, anderen Kulturen und eben aus den Kunstwerken von Larsen.
Kevin (11) und Dogan (11) malen graue Bergen vor einem kräftigen blauen Himmel. Davor malt Kevin dichte Büsche in grüner Farbe. So entstehen Ebenen im Bild. Der Pinsel in seiner Hand kreist über die Leinwand. „Wir brauchen noch rot – für die Beeren”, meint Dogan. Das Bild hätten sie sich selber ausgedacht. Larsens Kunst inspiriert.
In der Reihe der Museumspädagogik haben mehrere Klassen teilgenommen: Collagen gebastelt zu den Bildern des australischen Künstlers. Oder Führungen gemacht und Interviews mit ihm geführt. So auch die Klasse 4b.
Aus der Arbeit soll bald ein kleines Buch entstehen. „Wir werden von der Kunst- und Kulturförderung des Landes NRW unterstützt”, sagt Museumspädagogin Gudrun Schwarzer. Der Bescheid sei erst gekommen, als Larsen seine Bilder bereits ausgestellt habe. Schnell hätten sie wegen der Förderung der Museumspädagogik den Künstler kontaktiert. Und ihn für weitere Zusammenarbeit gewonnen.
Ins Buch sollen nun Interviews und Collagen der Kinder sowie Illustrationen von James Larsen selbst. „Verschiedene Elemente greifen auch hier ineinander – ähnlich der Kunst von Larsen”, sagt Gudrun Schwarzer.
Larsen gibt den Kindern Tipps. „Den Baum müsst ihr ja nicht braun malen”, sagt er. Er nimmt sich Zeit, geht auf die Fragen ein. Die Arbeit macht ihm sichtbar Spaß. Die Berührungsangst anderer Künstler ist bei Larsen nicht zu spüren. Die Kinder seien sehr gut, meint der Künstler lächelnd. Viele Tipps müsste er gar nicht geben. Assoziationen reichen.
Wie auch in seiner Kunst, mischen die Kinder Pflanzen in ungewöhnlichen Farben mit Tieren oder Figuren, die scheinbar nicht in die Landschaft passen. Gegensätze als Normalzustand. Kulturen nähern sich an und erschaffen so etwas neues.
„Ich male noch eine Katze”, meint Rosa (10). In hellem Orange natürlich. „Brauchst du dazu den dünnen Pinsel?”, fragt Katrin (10). Die beiden Mädchen fachsimplen. Auf ihrem Bild kombinieren sie rote und blaue Sträucher auf grünem Hintergrund.
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