Tierzüchter mit Nachwuchsproblem

Schau des Rassegeflügelzuchtvereins Bredenscheid in der Turnhalle der Grundschule an der Habichtstraße.Foto:Archiv, Kreikenbohm
Schau des Rassegeflügelzuchtvereins Bredenscheid in der Turnhalle der Grundschule an der Habichtstraße.Foto:Archiv, Kreikenbohm
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Viele Rassezuchtvereine haben immer weniger Mitglieder. Teilweise stoßen sie auch auf mangelnde Akzeptanz.

Hattingen..  Die Hattinger Tierzuchtvereine werden immer weniger. Kaninchen, Geflügel und Brieftauben sind zurzeit noch in der Zucht. Aber die Zahlen sinken – ein Trend, der sich wohl auch in den kommenden Jahren fortsetzen wird, denn es gibt kaum Nachwuchs.

Bereits vor zwei Jahren hat der Hühnerhof am Kressenberg die Geflügelzucht aufgegeben. Mit rund 2000 Tieren war es die größte Zucht in Hattingen. Doch die Tiere sind an mehrere Stellen verkauft worden. Seitdem gibt es in Hattingen nur noch einen Geflügelzuchtverein: die Rassegeflügelzüchter in Bredenscheid. Und auch die haben schon bessere Zeiten erlebt: „Der Trend geht bergab, wir haben derzeit noch zehn Mitglieder, von denen aber nur vier Tiere besitzen“, sagt Antje Schumann. Die Zucht für dieses Jahr ist noch im vollen Gange. In 2014 kamen 60 Hühner und Tauben dazu.

Der Verein bemüht sich auch darum, neue Züchter zu finden. Doch das ist keine leichte Aufgabe, denn der Nachwuchs fehlt. Das größte Problem liegt dabei für die Züchter in der mangelnden Akzeptanz des Geflügels. „Wir hatten ein Mitglied, das seinen Hahn abgeben musste, weil sich der Nachbar über das Krähen am frühen Morgen beschwert hatte“, erzählt Antje Schumann.

Doch auch wenn die Entwicklung der Mitgliederzahl negativ ist, möchten die Bredenscheider eigenständig bleiben. Bislang gelingt das, und die Rassegeflügelzüchter können jährlich Ausstellungen planen. In manchen Städten haben sich Geflügel- und Kaninchenzuchtvereine bereits zusammengetan.

Kaninchen werden in Hattingen noch an zwei Stellen gezüchtet, in Winz-Baak und in Stüter. Während die Zahl der markierten Kaninchen in der Nordstadt abnimmt, ist sie im Hügelland stabil. Nur noch elf Züchter mit 40 Kaninchen sind in Winz-Baak gemeldet. Auch hier kämpft der Rassezuchtverein mit Nachwuchsproblemen. In Siedlungsgebieten sei es dazu nicht so einfach, Tiere zu halten.

In Stüter dagegen sieht die Lage gut aus. Der Rassezuchtverein hat Mitglieder aus Hattingen und Sprockhövel, denn er umfasst Ober- und Niederstüter. Pro Jahr werden hier rund 350 Tiere tätowiert. „Damit liegen wir im gesamten Kreisverband Ennepe-Ruhr vorne“, freut sich Jürgen Vogelbruch. Für Hattingen ergibt sich dadurch eine relativ hohe Zahl neuer Tiere. Zuletzt meldete Vogelbruch hier einen Zuwachs um 40 Tiere. Der Verein hat auch regen Zulauf von außerhalb. „Uns schließen sich einige Züchter an, die nicht in Hattingen oder Sprockhövel wohnen, sondern in Velbert, Schwelm oder Wuppertal“, sagt Vogelbruch.

Und unter den 30 Mitgliedern sind auch drei Kinder. Trotzdem: Um den Nachwuchs sorgen sich auch die Stüteraner. Dabei betont Vogelbruch die Chance, die die Tierzucht bietet: „Durch die Tierwelt können die Kinder an die Natur herangeführt werden.“