Tiere und Pflanzen erwachen aus Winterschlaf

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Hattingen..  Der Frühling ist da! Die Sonnenstrahlen wärmen jetzt jeden Tag ein bisschen mehr. Die ersten Vögel sind bereits aus ihren Überwinterungsgebieten zurückgekehrt und auch die „Zuhausegebliebenen“, die sogenannten Standvögel, mischen kräftig mit im morgendlichen Konzert.

Früh waren sie dran, in diesem Jahr. Schon seit ein paar Wochen kann man in der offenen Landschaft die Goldammern singen hören. Heckenbraunelle, Buchfink, Grünfink, Kohl- und Blaumeise, und natürlich die Amseln (um nur ein paar zu nennen), alle trällern wieder ihr Lied und sind in unseren Gärten zu hören.

Aber warum eigentlich der ganze Aufwand? Natürlich gilt es, das weibliche Geschlecht anzulocken aber auch, anderen Konkurrenten zu signalisieren, dass ein Terri­torium bereits besetzt ist. Wissenschaftliche Untersuchungen haben bei unterschiedlichen Vogelarten gezeigt, dass die Weibchen die ­Qualität der Männchen anhand verschiedener Gesangsmerkmale, wie etwa Lautstärke oder Variationen im Gesang, bewerten. Aber auch die Konkurrenten schätzen so einander ab.

Gesänge unterscheiden Arten

Es gibt einige Vögel, wie etwa unsere Feldlerche, die scheinen ununterbrochen Singen zu können, ohne zwischendurch Luft holen zu müssen. Das verdanken diese Vögel einem speziellen Bauplan ihrer Lungen. Diese sind so gestaltet, dass Luft in sogenannten Luftsäcken gespeichert wird und beim Einatmen wie auch beim Ausatmen am Stimmkörper (der Syrinx – dem entsprechenden Gegenstück zu unserem Kehlkopf) vorbeiströmt. Versuchen Sie einmal, beim Einatmen zu sprechen oder zu singen. Das funktioniert bei uns so gut wie gar nicht.

Anhand der Vogelstimmen kann man die einzelnen Vogelarten gut unterscheiden. Manchmal sogar besser, als wenn man die Tiere sieht. Es gibt nämlich Arten, die sich außerordentlich ähnlich sehen. Fitis und Zilpzalp sind ein Beispiel. In manchen Lebensräumen sind beide Arten gleichzeitig anzutreffen – da hilft nur noch hinhören! Denn ihre Gesänge sind ganz verschieden.

Wer es lernen möchte, Vögel am Gesang zu unterscheiden, der braucht ein bisschen Geduld mit sich selbst. Es ist nicht ganz einfach, aber auch nicht so schwierig, dass man es nicht mit ein bisschen Ausdauer lernen könnte. Auf den Seiten des Landesbund für Vogelschutz (www.lbv.de) und des Naturschutzbundes (www.nabu.de) liefern viele dort abrufbare Vogelporträts auch eine Gesangsprobe. Nicht nur für Kinder eignet sich auch eine Seite des Bayerischen Rundfunks (www.br-online.de): Vogelstimmen – Wer piept denn da?

Nehmen Sie sich am Anfang nicht zu viel vor. Fangen Sie mit einfachen Stimmen und Arten an, die Sie häufig sehen und hören können, zum Beispiel mit der Kohlmeise und ihrem typischen „Läuten“. Und versuchen Sie dann draußen, die Vogelstimme herauszuhören. Nach und nach können Sie dann andere Arten hinzufügen. Ihr Erlerntes können Sie bei einem Vogelstimmenquiz unter www.nabu.de, www.geo.de oder www.br.de überprüfen.

Nicht nur unsere Vögel, auch die Insekten werden wieder aktiv. Wer jetzt eine bunte Blumenmischung auf dem Balkon oder im Garten aussäen und für die wichtigen Bestäuber etwas tun möchte, der sollte darauf achten, einheimische Pflanzen zu säen und solche, deren Blüten auch Nektar oder Pollen als Nahrung für die Insekten bieten.

Gefüllte Blüten, bei denen durch Züchtung Staubblätter zu bunten Blütenblättern umgewandelt wurden, sehen zwar hübsch aus, aber die Insekten gelangen durch diese Vielzahl der Blütenblätter häufig nicht bis zum Nektar vor – sofern die Blüten überhaupt noch Nektar produzieren.

Beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft finden Sie eine Broschüre, in der bienenfreundliche Pflanzen zusammengestellt sind: www.bmel.de, Stichwort „bienenfreundliche Pflanzen“ (auch als App verfügbar).