THW in Hattingen wirbt um Nachwuchs

Beim Schnupperdienst trainierten die Ehrenamtlichen Helfer des THW, während sich interessierte Besucher informieren konnten.
Beim Schnupperdienst trainierten die Ehrenamtlichen Helfer des THW, während sich interessierte Besucher informieren konnten.
Foto: Fischer / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Mit Schnuppertagen gewinnt das Technische Hilfswerk immer wieder neue ehrenamtliche Helfer für sich. Den Mitgliedern dient die Übung als Auffrischung.

Hattingen..  Wenn die Helfer mit den blauen Fahrzeugen ausrücken, muss stets ordentlich rangeklotzt werden: Erdbeben, Überschwemmungen, Suche nach Verschütteten – da braucht es großes Gerät, fest zupackende Hände. Und immer wieder auch: Nachwuchs.

Um neue Leute für sich zu gewinnen, lud das Technische Hilfswerk Hattingen jetzt einmal mehr zum unverbindlichen Schnupperdienst ein. „Aktuell starten neun Anwärter im Alter von 17 bis 53 Jahren im März ihre praktische und theoretische Grundausbildung“, sagt Zugführerin Heike Sackermann. „Wir würden uns freuen, wenn wir heute noch ein paar Anwärter für uns gewinnen können.“

Was für die Neulinge der Schnuppertag ist, dient den Mitgliedern als Auffrischung. „Die Grundlagen müssen sitzen, daher werden sie regelmäßig wiederholt“, sagt Sackermann. Um Punkt 12 Uhr beginnt es in den Jackentaschen der Hilfskräfte zu piepen. „Das ist der kreisweite Probealarm“, erklärt sie. „Wenn bei uns um diese Zeit kein Alarm eingehen würde, dann wüssten wir, dass mit den Geräten irgendetwas nicht stimmt.“

Beleuchtung und Lasten

An mehreren Stationen proben die ehrenamtlichen Helfer, wie die Beleuchtung am Einsatzort sicher und schnell aufgebaut wird oder wie Lasten im Ernstfall bewegt werden. Ein Stapler simuliert so eine Last, unter der etwa bei einem Autounfall jemand eingeklemmt sein könnte. Vorsichtig wird er mit Hilfe eines Luftkissens angehoben, ein mit einem Lastwagen verbundenes Stahlseil soll die Eigenbewegung verhindern.

An einer anderen Station wird der richtige Umgang mit Kettensägen geprobt. „Als die Rente auf mich zukam, habe ich mir überlegt, wie ich meine nun gewonnene Zeit sinnvoll nutzen kann“, erzählt Nando Spitznas. „Ich liebe die Verbindung von Natur und Technik. Neben der Grundausbildung habe ich außerdem die Motorbootausbildung absolviert, das ist nützlich, da wir häufig auf der Ruhr zu tun haben,“ so der 66-Jährige.

Auch Frauen dabei

„Ich bin da ganz nach meinem Papa geschlagen“, antwortet Nicole Nadine Jordy auf die Frage, was sie als Frau an der technischen Arbeit reizt. „Mir wurde das Interesse an Technik in die Wiege gelegt.“ Nachdem sie mit der Hochwasser-Katastrophe an der Oder in Berührung gekommen ist, war ihr klar, dass sie sich, sobald ihre Tochter alt genug ist, ehrenamtlich beim THW engagierten will. Mittlerweile ist sie seit zwei Jahren dabei und begeisterte Helferin.

Erfahrungen in diesem Ehrenamt hat auch Kirsten Powroznik. Die in der Altenbetreuung tätige Helferin zieht in Kürze nach Hattingen und sieht sich nach einer neuen sinnvollen Aufgabe um. „Ich habe mich über das THW informiert und bin hier, um mir alles einmal persönlich anzuschauen.“