Stimmgewaltige Gospel mit langem Atem

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Was wir bereits wissen
Die New York Gospel Stars begeisterten in der Gebläsehalle mit kräftigen, aber sanften Stimmen200 Zuhörer. Neben klassischem Gospel gab’s auch moderne Songs zu hören.

Hattingen..  Einige Fans haben die amerikanischen Sänger auch in Deutschland: Die New York Gospel Stars überzeugten durch ihre kräftigen, aber auch sanften Stimmen am Sonntag in der Gebläsehalle. Diese war mit nur rund 200 Besuchern bei weitem nicht ausverkauft.

Nachdem die irische Musikerin Róisín O mit Gitarre und am Keyboard zum Warmmachen gespielt hatte, eroberten sieben Sänger in violetten Kutten die Bühne. Sie formierten sich im Block und legten los, zunächst noch etwas bedacht. Der Schwung kam nach ein paar Minuten dazu. Eine Taktik, mit der die Gospelsänger ihre Zuhörer mitreißen wollten – und das auch schafften. Ihr eigener Schwung übertrug sich auf die Besucher, die nach einer halben Stunde zum ersten Mal stehende Ovationen boten und dabei teilweise begeistert im Takt mitwippten. „When The Saints Go Marching In“ sang Alison Hill Mitchell zeitgleich auf der Bühne.

Sie und ihre Kollegen an Mikrofon, Keyboard und Schlagzeug haben alle eine längere musikalische Vorgeschichte. Sie beginnt bei den meisten in der frühen Kindheit, in der sie die Liebe zur Gospelmusik entdeckten. Heute singen sie mit einer Leichtigkeit auch vor großer Kulisse. Und gehen mit, wenn die Kollegen singen. Ahmed Wallace zum Beispiel fiel es schwer, an sich zu halten. Manchmal machte er vor Freude einen Hüpfer und deutete auf denjenigen, der gerade mal ein kleines Solo gegeben hatte.

Solos gab es am Sonntag vor allem in der zweiten Hälfte der Vorstellung, in der sich die Aktiven in elegante Abendgarderobe geworfen hatten und von klassischeren Gospelsongs auch zu modernen Pop-Liedern wechselten. Matia Washington präsentierte in einem glitzernden Kleid unter anderem „I Will Always Love You“ von Whitney Houston. „Sie ist nicht mehr unter uns, aber ihre Musik weiterhin in uns“, sagte der musikalische Leiter Craig Wiggins. Er gab selbst Zwischeneinlagen und machte sich am Anfang darüber lustig, dass die Gäste noch nicht in Stimmung waren. Ein Trick, um die Aufmerksamkeit stärker auf die Bühne zu lenken.

Dort, wo neben bekannten Gospelliedern wie „Oh Happy Day“ auch Songs wie „I Believe I Can Fly“ oder im Ensemble „We Are The World“ gesungen wurden. Auch das, was den amerikanischen Musikstil ausmacht, der lange Atem beim Ausklang der Lieder, war natürlich Pflicht für die New York Gospel Stars. Hin und wieder war auch ein bisschen Theatralik dabei, etwa beim Duett von Matia Washington und Ahmed Wallace zu „Up Where We Belong“.

Dazu lösten sich die anderen Sänger aus der Formation, um die Hintergrundstimmen zu bilden und die Frontsänger in den Fokus zu rücken. Mit dieser und anderen Einlagen schaffte es die Gruppe, den Großteil des Publikums immer wieder von den Stühlen zu reißen. Sie hat nach dem Auftritt sicher den ein oder anderen deutschen Fan mehr.