Startschuss fällt für O&K-Umzug

Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Die Antriebstechnik unter dem Dach des Carraro-Konzerns feiert den ersten Spatenstich zum Bau einer neuen Fertigungshalle im Hüttenpark.

Hattingen..  Mit zwei ehrgeizigen Zielen blickt Carraro auf das Ende eines Umzugs-Marathons, der am gestrigen Mittwoch begann: Bis zum August 2015 soll der Standortwechsel der Unternehmenstochter O&K Antriebstechnik GmbH von der Nierenhofer Straße in den Hüttenpark gestemmt werden. Und: In nur zwei Nächten Ende Juli soll die Verlegung der gesamten Produktion vollzogen sein.

Jetzt also fiel der Startschuss für den Umzug. Und es wurde viel Italienisch gesprochen beim ersten Spatenstich für die neue Produktionshalle an der künftigen Adresse Ruhrallee 8-12.

Tomaso Carraro war gekommen. Der stellvertretende Vorsitzende der Carraro-Gruppe erinnerte an die große Tradition von O&K in Deutschland. 1876 von Benno Orenstein und Arthur Koppel in Berlin gegründet, hat das Unternehmen seit den 1950-er Jahren auch in Hattingen eine Adresse. Im Jahr 2000 steigt Carraro ein. 2009 steht der Standort auf der Kippe, weil die Habacker Holding, Vermieterin der Werkshallen, Räumungsklage einreicht. Carraro will sich zurückziehen. Doch die Dreher, Werkzeugmacher, Schlosser kämpfen für ihre Arbeitsplätze. Und sie haben Erfolg. O&K bleibt in Hattingen, spezialisiert sich, investiert.

„Neben dem sentimentalen Blick auf die Tradition“, sagt Tomaso Carraro, „ist die gute Qualität der Arbeit das rationale Argument dafür, dass wir in Hattingen bleiben – und nicht nach München oder Berlin gehen, nach Indien oder China. Hier können wir die Qualität produzieren, die unsere Kunden von uns erwarten.“

Hergestellt werden die mitunter riesigen Antriebsteile für den Betrieb großer Maschinen künftig in einer gut 11 000 Quadratmeter großen Halle, die an der Ruhrallee neu entsteht. Sanieren und weiter nutzen will O&K die 7200 Quadratmeter großen Gebäude des 2004 von der Firma 3M (Quante) aufgegebenen Hattinger Werks auf jenem Grundstück. Rund 15 Millionen Euro nimmt das Unternehmen für den Standortwechsel innerhalb der Stadt in die Hand.

Mit knapp 160 Arbeitsplätzen ist die O&K Antriebstechnik GmbH einer der größten Industrie-Arbeitgeber in der Stadt. Dass das Unternehmen bleibt, sei auch ein Verdienst der städtischen Wirtschaftsförderung, betonte Geschäftsführer Giorgio Cucchi beim Baubeginn am Mittwoch. Die Stadt Hattingen löst mit dem Bekenntnis von Carraro zum Standort noch ein zweites Problem: Nach dem Aus für Kone und dem Umzug von O&K ist der Industrie-Komplex an der Nierenhofer Straße komplett leergezogen. Und damit steigen die Chancen für eine neue Nutzung der Filet-Fläche beträchtlich.