Stadtwerke: Freude über 222 Stromkunden

Im Stadtwerke-Kundenzentrum in der Altstadt werden seit einiger Zeit Kunden bedient.
Im Stadtwerke-Kundenzentrum in der Altstadt werden seit einiger Zeit Kunden bedient.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Zum Jahreswechsel stieg das Hattinger Unternehmen in die Stromversorgung ein. Bis Ende des Jahres sollen 1000 Stromkunden gewonnen worden sein. Gastarif-Senkung erst für 2016 in Sicht

Hattingen..  Alles aus einer Hand – mit diesem Hinweis sind die Stadtwerke zum Jahreswechsel ins Stromgeschäft gestartet. Und haben in den ersten vierzehn Tagen 222 Kunden von ihren beiden Angeboten „Hattwatt Fix“ und „Hattwatt Natur“ überzeugt.

Jürgen Wille ist mit diesem Ergebnis zufrieden. „Schließlich handelt es sich um ein echtes Zusatzgeschäft,“ sagt der Geschäftsführer des kommunalen Energieversorgers. 1000 Hattinger Haushalte möchte Wille am Jahresende mit Strom beliefern. 3000 sollen es mittelfristig sein, was einem Marktanteil von zehn Prozent entspricht.

An der marktbeherrschenden Position der AVU könne und wolle man nicht rütteln, so Jürgen Wille. Die Pfründe bleiben abgesteckt. Beim Gas hatte die AVU den Hattinger Platzhirschen Stadtwerke mit einem Marktanteil von 80 Prozent zuletzt mit eigenen Angeboten geärgert. Jetzt revanchiert sich die örtliche Stadt-Tochter mit dem Vorstoß auf dem Strommarkt.

Im Frühjahr 2014 begannen die Vorbereitungsarbeiten. Unter anderem waren technische Probleme zu lösen, Lieferpreise zu ermitteln und Tarife zu erarbeiten, die Konkurrenzsituation war gründlich zu prüfen, eine Vielzahl von rechtlichen Fragen zu erörtern. Und natürlich mussten alle Mitarbeiter geschult werden.

Während beim Strom nun also der Daumen nach oben geht, spricht Jürgen Wille beim Gas von „einer Katastrophe“. Dass jetzt offenbar der zweite Winter hinter­einander einfach ausfalle, setze den Energieversorgern mächtig zu, beschreibt der Stadtwerke-Chef die aktuelle Situation.

„Der Absatz bricht ein, die Folgen sind beträchtlich“, erläutert Wille mit einem Blick auf die vorläufige Bilanz für 2014. So habe sich der Absatz beim Hauptgeschäft Gas im vergangenen Jahr um 20 Prozent nach unten entwickelt. Was Auswirkungen auf den Gewinn hat. Zwischen 800 000 und 1,1 Millionen Euro haben die Stadtwerke im Schnitt der zurückliegenden zehn Jahre jeweils erwirtschaftet. Dieser Betrag geht jetzt deutlich nach unten – und damit auch die Überweisung an die Konzernmutter Stadt Hattingen.

Was allerdings nicht zurückgehen wird im gerade angelaufenen Jahr 2015: die Verbrauchertarife für Gas. Trotz rasant sinkender Preise für Öl und Benzin sieht Jürgen Wille beim Gas „keine Möglichkeit, den aktuellen Preisverfall an die Kunden weiterzugeben“. Grund: Das jetzt gelieferte Gas sei vor ein bis zwei Jahren bestellt worden, und das zu den seinerzeit gelten Preisen. „Wir haben da keinen Spielraum“, sagt Wille. Und: „2016 werden wir die Tarife dann natürlich nach unten anpassen.“